Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München

Prüfungsurteile

 

 

Wir haben den Konzernabschluss der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung, die im Konzernlagebericht enthalten und als solche gekennzeichnet ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

 

 

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

 

  • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und
  • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der unten genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

 

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

  

Grundlage für die Prüfungsurteile

 

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

  

Sonstige Informationen

 

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung, die im Konzernlagebericht enthalten ist

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

 

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

 

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

 

 

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

 

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

 

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

 

 

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

 

 

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

 

 

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

 

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

  

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

 

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

 

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. 
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

 

München, den 26. März 2019

 

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

 

gez. Huber

Wirtschaftsprüfer

 

gez. Pfaff

Wirtschaftsprüfer

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017

in Mio. EURAnmerkung20182017
Umsatzerlöse152.246,02.136,4
Umsatzkosten(1.648,7)(1.531,1)
Bruttoergebnis vom Umsatz597,3605,3
Vertriebskosten(224,0)(220,0)
Forschungs- und Entwicklungskosten(113,3)(125,7)
Allgemeine Verwaltungskosten(155,4)(151,4)
Sonstige betriebliche Erträge/(Aufwendungen), netto11,430,1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit116,0138,3
Gewinn- und Verlustanteile aus Anwendung der Equity-Methode61,23,5
Sonstiges Finanzergebnis, netto17(14,7)(11,6)
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern102,5130,2
Zinsertrag182,02,2
Zinsaufwand18(19,0)(19,6)
Ergebnis vor Ertragsteuern 85,5112,8
Ertragsteuern19(35,3)(45,8)
Jahresüberschuss50,267,0
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis7,16,6
Auf die Gesellschafter der Giesecke+Devrient GmbH entfallendes Ergebnis43,160,4
50,267,0

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017

in Mio. EUR20182017
Jahresüberschuss50,2 67,0
Sonstiges Ergebnis
Posten, die nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 14,5 5,8
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste(4,6)(1,2)
9,9 4,6
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbereiche(3,7)(21,1)
Effektiver Teil der Marktwertänderungen von Cash Flow Hedges0,1 0,2
Anteile an ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen, die aus der Anwendung der Equity-Methode entstehen(0,8)
(3,6)(21,7)
Sonstiges Ergebnis nach Steuern6,3 (17,1)
Gesamtergebnis56,5 49,9
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis7,6 6,0
Auf die Gesellschafter der Giesecke+Devrient GmbH entfallendes Ergebnis48,9 43,9
56,5 49,9

Konzern-Bilanz

zum 31. Dezember 2018 und 2017

in Mio. EURAnmerkung31.12.201831.12.2017
AKTIVA
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente429,3 210,7
Finanzielle Vermögenswerte278,4 87,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto3556,5 488,1
Vorräte, netto4367,8 426,2
Ertragsteuerforderungen30,5 30,4
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte7, 87,4 0,2
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte549,9 40,0
Vertragliche Vermögenswerte23134,6
Summe kurzfristige Vermögenswerte1.654,4 1.283,0
Langfristige Vermögenswerte
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen612,6 18,8
Beteiligungen an anderen nahestehenden Unternehmen69,0
Finanzielle Vermögenswerte223,2 24,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto37,6 16,5
Immaterielle Vermögenswerte7149,9 155,7
Sachanlagen8463,1 471,2
Latente Steuern19152,2 163,6
Ertragsteuerforderungen1,7 3,0
Sonstige langfristige Vermögenswerte6,3 6,2
Vertragliche Vermögenswerte2312,4
Summe langfristige Vermögenswerte838,0 859,1
Summe Aktiva2.492,4 2.142,1
in Mio. EURAnmerkung31.12.201831.12.2017
PASSIVA
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten10373,5 456,8
Rückstellungen1188,2 97,0
Finanzielle Schulden 1363,2 75,5
Leasingverbindlichkeiten90,5 3,2
Ertragsteuerverbindlichkeiten37,4 38,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten12129,2 132,9
Vertragliche Verbindlichkeiten23236,6
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten928,6 803,4
Langfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten1025,5
Rückstellungen1111,4 10,3
Finanzielle Schulden 13444,0 250,6
Leasingverbindlichkeiten92,4 0,1
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen14586,3 594,0
Latente Steuern1911,9 9,3
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten8,3 7,0
Vertragliche Verbindlichkeiten239,6
Summe langfristige Verbindlichkeiten1.073,9 896,8
Eigenkapital
Stammkapital2025,8 25,8
Kapitalrücklage2029,5 29,5
Gewinnrücklagen20448,3 399,9
Kumulierte Rücklagen aus ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen7,1 11,0
Eigene Anteile20(60,1)(60,1)
Nicht beherrschende Anteile39,3 35,8
Summe Eigenkapital489,9 441,9
Summe Passiva2.492,4 2.142,1

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017

in Mio. EURStammkapitalKapitalrücklageGewinnrücklagenKumulierte Rücklagen aus Währungsumrechnungsdifferenzen Kumulierte Rücklagen aus Cash Flow HedgesEigene AnteileZwischensummeNicht berherrschende AnteileGesamt
Saldo am 1. Januar 201725,829,5349,632,4(0,3)(60,1)376,931,4408,3
Jahresüberschuss60,460,46,667,0
Sonstiges Ergebnis4,6(21,3)0,2(16,5)(0,6)(17,1)
Gesamtergebnis65,0(21,3)0,243,96,049,9
Nicht beherrschenden Anteilseignern zuzuordnende Einzahlungen(0,5)(0,5)0,60,1
Dividendenausschüttungen(14,2)(14,2)(2,2)(16,4)
Saldo am 31. Dezember 201725,829,5399,911,1(0,1)(60,1)406,135,8441,9
Effekte aus der erstmaligen Anwendung neuer Standards (IFRS 9/15)¹19,719,70,320,0
Saldo am 1. Januar 2018, angepasst25,829,5419,611,1(0,1)(60,1)425,836,1461,9
Jahresüberschuss43,143,17,150,2
Sonstiges Ergebnis9,7(4,0)0,15,80,56,3
Gesamtergebnis52,8(4,0)0,148,97,656,5
Zugänge zum Konsolidierungskreis1,81,8
Nicht beherrschenden Anteilseignern zuzuordnende Einzahlungen0,50,5
Dividendenausschüttungen(24,1)(24,1)(6,7)(30,8)
Saldo am 31. Dezember 201825,829,5448,37,10,0(60,1)450,639,3489,9

Konzern-Kapitalflussrechnung

für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017

in Mio. EUR20182017
Cashflow der betrieblichen Tätigkeit
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern102,5 130,2
Anpassungen zur Überleitung des Ergebnisses vor Zinsen und Ertragsteuern auf den Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen118,2 110,6
(Gewinn)/Verlust aus dem Verkauf und Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen(0,7)(15,8)
(Gewinn)/Verlust aus dem Verkauf von Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen(0,7)
Ergebnis von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ohne Dividendenzahlungen0,3 (3,5)
Dividendenzahlungen von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen2,5 2,2
Veränderung Nettoumlaufvermögen und Verbindlichkeiten
(Erhöhung)/Verminderung Handelspapiere12,4 (10,0)
(Erhöhung)/Verminderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto(59,2)(30,8)
(Erhöhung)/Verminderung Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige Vermögenswerte(11,5)(11,0)
(Erhöhung)/Verminderung vertragliche Vermögenswerte(44,0)
(Erhöhung)/Verminderung zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte0,2
(Erhöhung)/Verminderung Vorräte, netto(36,3)(41,8)
Erhöhung/(Verminderung) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten79,5 18,6
Erhöhung/(Verminderung) Rückstellungen(9,0)(29,6)
Erhöhung/(Verminderung) Pensionen und ähnliche Verpflichtungen(5,3)(4,1)
Erhöhung/(Verminderung) sonstige Verbindlichkeiten1,9 10,2
Erhöhung/(Verminderung) vertragliche Verbindlichkeiten76,7
Gezahlte Ertragsteuern, netto(34,2)(42,2)
Erhaltene Zinsen2,0 2,2
Gezahlte Zinsen(6,7)(7,5)
Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit188,6 77,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit
(Erhöhung)/Verminderung von kurzfristigen Geldanlagen(0,1)0,3
Zugänge und Anzahlungen immaterielle Vermögenswerte(29,2)(25,3)
Zugänge und Anzahlungen Sachanlagen(79,2)(71,7)
Kapitalerhöhung bei Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht(9,0)
Akquisitionen verbundener Unternehmen, abzüglich erworbener flüssiger Mittel (7,3)4,4
Erlöse aus dem Verkauf/Erwerb von Wertpapieranlagen(0,9)
Ausleihungen an assoziierte Unternehmen(0,7)
Erhaltene Tilgungen von Ausleihungen an assoziierte Unternehmen0,4
Erlöse aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten0,1
Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen6,1 22,6
Erlöse aus dem Verkauf von Equity-Beteiligungen2,5
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit(117,0)(77,3)
Free Cashflow¹71,6 0,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Erlöse aus der Aufnahme langfristiger Schulden210,3 82,4
Erlöse aus der Aufnahme langfristiger Darlehen von der Giesecke+Devrient Stiftung0,3 0,8
Erlöse aus der Aufnahme kurzfristiger Darlehen von der MC Familiengesellschaft mbH15,5 15,4
Tilgung langfristiger Schulden(29,3)(50,5)
Tilgung langfristiger Darlehen von der Giesecke+Devrient Stiftung(0,8)
Tilgung kurzfristiger Darlehen von der MC Familiengesellschaft mbH(5,4)(17,7)
Zahlungen für Finanzierungsleasing-Verbindlichkeiten(3,4)(2,6)
Netto-(Verminderung)/Erhöhung kurzfristiger Darlehen und Kontokorrentkredite(10,0)(33,8)
Ausschüttungen an die Gesellschafter(24,1)(14,2)
Einzahlungen von nicht beherrschenden Anteilseignern0,5 0,3
Ausschüttungen an nicht beherrschendene Anteilseigner(6,7)(2,2)
Mittelzufluss/Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit147,7 (22,9)
Effekt von Wechselkursänderungen auf die flüssigen Mittel(0,8)(10,4)
Netto-Erhöhung/(Verminderung) der flüssigen Mittel218,5 (32,9)
Flüssige Mittel am Jahresanfang210,7 243,6
Flüssige Mittel am Jahresende429,3 210,7

Organe der Gesellschaft

  

Aufsichtsrat

Prof. Klaus Josef Lutz
(Vorsitzender) München

Walter Bogner1
(Stellv. Vorsitzender) Dachau

Achim Berg
Hennef-Rott

Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
Haar

Georg Fahrenschon
(bis 01.04.2018) Neuried

Ralf Gerlach1
Gilching

Peter Hanke1
Pirna

Astrid Meier1
München

Claudia Scheck1
Königsmoos

Dr. Walter Schlebusch
(ab 01.04.2018) München

Verena von Mitschke-Collande
Tutzing

Monika Wächter1
(bis 31.12.2018) Gmund

Stefan Winners
München

1 Arbeitnehmervertreter

 

 

Beirat

Prof. Klaus Josef Lutz
(Vorsitzender) München

Verena von Mitschke-Collande
(Stellv. Vorsitzende) Tutzing

Achim Berg
Hennef-Rott

Georg Fahrenschon
(bis 01.04.2018) Neuried

Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek
Haar

Dr. Walter Schlebusch
München

Stefan Winners
München

 

 

Geschäftsführung

Ralf Wintergerst
Group CEO Giesecke+Devrient

Dr. Peter Zattler
Group CFO Giesecke+Devrient

1 Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

 

A Unternehmensbeschreibung

 

Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung und verbundene Unternehmen (“G+D“ bzw. „Giesecke+Devrient“) ist auf dem Gebiet des Banknoten- und Wertpapierdrucks sowie der Entwicklung und Herstellung von Sicherheitspapier und Banknotenbearbeitungssystemen tätig. Darüber hinaus entwickelt und fertigt Giesecke+Devrient Magnetstreifen- und Chipkarten überwiegend für die Telekommunikationsbranche, für Banken und für den Bereich Gesundheitsvorsorge. Ein weiteres Tätigkeitsfeld beinhaltet sicherheitsrelevante Lösungen für Regierungen und Behörden, wie bspw. Ausweis- und Reisedokumente sowie E-Government-Lösungen. Die neuen Technologiebereiche umfassen Netzwerklösungen und sichere mobile Transaktionslösungen sowie ein Software-System für mobile Endgeräte.

 

Giesecke+Devrient mit Hauptsitz in der Prinzregentenstraße 159, 81677 München, Deutschland, ist beim Amtsgericht München im Handelsregister Abt. B mit der Nummer 4619 eingetragen. G+D ist stark international ausgerichtet, wobei einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens Deutschland ist. Weitere bedeutende Märkte sind die USA, Kanada und China. Zum 31. Dezember 2018 hatte G+D Tochterunternehmen in 32 Ländern und beschäftigte weltweit 11.389 Mitarbeiter, davon 7.247 außerhalb Deutschlands.

 

Der Konzernabschluss wurde von der Geschäftsführung am 26. März 2019 freigegeben.

 

 

B Grundlagen der Darstellung

 

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind.

 

2012 wurde die MC Familiengesellschaft mbH gegründet. Die MC Familiengesellschaft mbH erstellt als Konzernobergesellschaft den gesetzlich vorgeschriebenen IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018.

 

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren.

 

 

C Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze

 

Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss von Giesecke+Devrient sind alle wesentlichen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen einbezogen.

 

Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt vollkonsolidiert enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

 

Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung, in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben.

 

Der Konsolidierungskreis der voll konsolidierten Unternehmen umfasst 21 inländische und 55 ausländische Gesellschaften. Giesecke+Devrient hat seit Januar 2017 eine Holdingstruktur, in der die Geschäftsbereiche als rechtlich selbstständige Teilkonzerne voll konsolidiert werden. Obwohl Giesecke+Devrient weniger als die Hälfte der Stimmrechte an der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen (36 %), sowie der E-SEEK Inc., San Diego (45 %), besitzt, beherrscht G+D diese nach Einschätzung der Geschäftsführung. Diese Einschätzung basiert auf der Grundlage, dass G+D die Mehrheit der Stimmrechte an der Veridos GmbH, Berlin, und diese wiederum die Mehrheit der Stimmrechte an der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen, sowie der E-SEEK Inc., San Diego, hält. Zusätzlich werden sechs Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen nach den Grundsätzen der Equity-Methode einbezogen. Giesecke+Devrient besitzt 16,29 % der Eigenkapitalanteile bzw. der Stimmrechte an der Hansol Secure Co., Ltd., Seoul. Bei der Hansol Secure Co., Ltd. hat der Konzern seinen Einfluss als maßgeblich eingestuft, da Giesecke+Devrient bei wesentlichen Beschlussfassungen ein über die Beteiligungshöhe hinausgehendes Mitbestimmungsrecht hat. In den Konzernabschluss sind alle wesentlichen in der Aufstellung des Anteilsbesitzes aufgeführten Gesellschaften einbezogen (siehe Anmerkung 37 „Anteilsbesitzliste“).

 

Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden gemäß IFRS aufgestellt.

 

Aufwendungen und Erträge, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen sowie Zwischenergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.

 

Ein Tochterunternehmen wird zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem G+D die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert.

 

Nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden zunächst zu Anschaffungskosten bilanziert und in Folgeperioden entsprechend fortgeschrieben. Zwischenergebnisse aus Geschäftsvorfällen werden anteilig eliminiert.

 

Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis des erworbenen Tochterunternehmens wird auf die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wurde (Erwerbszeitpunkt), verteilt. Die ansatzfähigen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden – unabhängig von der Beteiligungshöhe – in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden, abzüglich nicht beherrschender Anteile, wird als Goodwill angesetzt. Sofern dieser Unterschiedsbetrag negativ ist, erfolgt eine ergebniswirksame Erfassung.

 

Die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile erfolgt zum beizulegenden Zeitwert des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens. Bei sukzessiven Unternehmenserwerben ist eine erfolgswirksame Neubewertung der zum Zeitwert des Beherrschungsübergangs gehaltenen Anteile vorgesehen. Eine Anpassung bedingter Kaufpreisbestandteile, die zum Zeitpunkt des Erwerbs als Verbindlichkeit ausgewiesen werden, wird für Unternehmenserwerbe erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens als Aufwand erfasst.

 

Sofern nach Erlangung der Beherrschung über ein Tochterunternehmen weitere Anteile hinzuerworben werden, wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem anteiligen Eigenkapital mit den Konzerngewinnrücklagen verrechnet. Transaktionen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion erfasst.

 

Verbleibende Anteile werden zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei nicht beherrschenden Anteilen erfolgt ein Ausweis von Negativsalden, d. h. Verluste werden unbegrenzt beteiligungsproportional zugerechnet.

 

 

D Verwendung von Schätzungen

 

Bei der Erstellung der Abschlüsse sind Schätzungen und Annahmen der Geschäftsführung erforderlich, welche die Höhe der Aktiva und Passiva, den Umfang von Haftungsverhältnissen am Bilanzstichtag und die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen.

 

In den folgenden Anhangsangaben sind Informationen über Bereiche, denen Schätzungsunsicherheiten zugrunde liegen, und über Bewertungswahlrechte, die bei der Anwendung von Rechnungslegungsrichtlinien ausgeübt werden und die erhebliche Auswirkungen auf die ausgewiesenen Werte des Konzernabschlusses haben bzw. durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des am 31. Dezember 2018 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich sein wird, enthalten:

  • Anmerkung 1 (j) „Goodwill und andere immaterielle Vermögenswerte“
  • Anmerkung 1 (n) „Rückstellungen”
  • Anmerkung 19 „Ertragsteuern“
  • Anmerkung 24 „Unternehmenszusammenschlüsse“

 

 

 

E Währungsumrechnung

 

Transaktionen in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt in Euro umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden werden am Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Stichtagskurs bewertet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden grundsätzlich zu historischen Kosten unter Anwendung der historischen Transaktionskurse bewertet.

 

Die jeweilige funktionale Währung der Konzernunternehmen ist die Währung des jeweiligen primären Wirtschaftsumfeldes, in dem das Unternehmen tätig ist. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen als dem Euro werden mit den Stichtagskursen zum Jahresende umgerechnet, während die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet werden. Differenzen aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Schulden gegenüber der Umrechnung in der vorausgehenden Periode sind in den Rücklagen aus ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen enthalten und werden in einer gesonderten Position des Eigenkapitals ausgewiesen.

 

Die verwendeten Durchschnitts- und Stichtagskurse für die wesentlichen relevanten Währungen der am 31. Dezember endenden Geschäftsjahre sind wie folgt:

 

 

 

1 EUR = x Einheiten in FremdwährungKurse – 31.12.2018Kurse – 31.12.2017
DurchschnittStichtagDurchschnittStichtag
US-Dollar – USD1,18151,14541,12931,1993
Australischer Dollar – AUD1,57991,62151,47291,5346
Britisches Pfund – GBP0,88470,90270,87610,8872
Chinesischer Renminbi – RMB7,80747,87787,62647,8044
Kanadischer Dollar – CAD1,53021,56021,46441,5039
Schwedische Krone – SEK10,256710,27739,63699,8438

F Finanzinstrumente

 

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstrumentes führt.

 

Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen sowie Wertpapiere und derivative Finanzinstrumente.

 

Maßgeblich für den erstmaligen Ansatz in der Bilanz und für die Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte ist für alle Kategorien der finanziellen Vermögenswerte mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente einheitlich der Erfüllungstag, d. h. der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Für derivative Finanzinstrumente ist der Handelstag maßgeblich.

 

Finanzielle Schulden umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen und derivative Finanzverbindlichkeiten.

 

Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes oder einer Schuld erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden mit ihrem Transaktionspreis erstmalig angesetzt. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments wird als reiner „Exit-Price“ verstanden. Dies ist der Preis, der im Rahmen einer auf einem definierten Markt vorgenommenen Transaktion für einen Vermögenswert erzielbar wäre beziehungsweise für eine Schuld bezahlt werden müsste.

 

Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte nach den Regelungen des IFRS 9 entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) klassifiziert. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Cashflows aus dem jeweiligen finanziellen Vermögenswert ausgelaufen sind, d. h. wenn der Vermögenswert realisiert wurde, verfallen ist oder er nicht mehr in der Verfügungsmacht des Unternehmens steht. Bei G+D wurden keine Zinserträge aus wertberichtigten finanziellen Vermögenswerten vereinnahmt.

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente/kurzfristige Geldanlagen

Giesecke+Devrient bilanziert hochliquide Finanzanlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

 

Hochliquide „Commercial Paper“ mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten werden ebenfalls als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.

 

Kurzfristige Geldanlagen mit einer Laufzeit zwischen drei Monaten und einem Jahr werden unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto, werden der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet. Sie werden beim erstmaligen Ansatz zu ihrem Transaktionspreis angesetzt. Die Bewertung zu den folgenden Bilanzstichtagen erfolgt bei G+D auf der Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung der Forderungen und der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme, mit den fortgeführten Anschaffungskosten.

 

Bei Ausfallrisiken werden Wertminderungen in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Mit der Einführung von IFRS 9 werden darüber hinaus Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, die nicht der spezifischen Wertberichtigung unterliegen, in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste auf kollektiver Basis auf den verbleibenden Restbetrag der Forderung aus Lieferung und Leistung gegen Dritte berechnet. Wertminderungen werden bei G+D zuerst nach dem Einzelwertverfahren und dann auf kollektiver Basis für den verbleibenden Restbetrag der erwarteten Kreditverluste gemäß IFRS 9 erfasst. Wertberichtigungen werden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst.

 

Der Konzern wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen den vereinfachten Ansatz an, wobei die Berechnung auf Grundlage einer Wertberichtigungsmatrix erfolgt, die eine Analyse historischer Daten über die Laufzeit der letzten fünf Jahre sowie gegenwärtige beobachtbare Daten enthält. Basierend auf der Analyse historischer Daten sowie angemessener und belastbarer Informationen über Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, die mehr als ein Jahr überfällig sind, wurden für alle G+D Teilkonzern-Hubs wiederlegbare Sätze für einbringliche Forderungen von 90% abgeleitet. Bei der Analyse wird demnach davon ausgegangen, dass 10% der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte voraussichtlich nicht eingezogen werden können. Der Anteil der uneinbringlichen Forderungen wird dann um eine Wiedereinziehungsquote von 25% herabgesetzt. Diese Wiedereinziehungsquote stellt den Betrag dar, der im Insolvenzfall dennoch erwartungsgemäß eingezogen werden kann. Bei der Berechnung der Wertberichtigung auf kollektiver Basis für die einzelnen G+D Gesellschaften wird das Zahlungsverhalten der Kunden berücksichtigt, das sich aus der durchschnittlichen Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in den letzten fünf Jahren zum 31. Dezember ergibt.

 

Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit der Bildung und Auflösung von Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf kollektiver Basis sowie im Zusammenhang mit der Ausbuchung von Forderungen werden innerhalb der Vertriebskosten erfasst und wenn wesentlich im Rahmen der Einführung von IFRS 9 als Einzelposten in der GuV separat ausgewiesen. Unverzinsliche oder gering verzinsliche langfristige Forderungen werden mit dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows angesetzt, wenn der Zinseffekt wesentlich ist. Die Fortschreibung erfolgt in diesen Fällen unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Als langfristig werden Vermögenswerte eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten haben.

 

Wertpapiere und Beteiligungen

Die Wertpapiere von G+D werden entweder als zum Handel bestimmte Wertpapiere oder als zum Halten und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere bilanziert. Die Bewertung erfolgt gemäß den Regelungen von IFRS 9 auf der Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme. G+D hat von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte zu bestimmen, Gebrauch gemacht. Die als zum Halten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere klassifizierten Investmentfonds werden auf Grund der Steuerung auf Fair Value-Basis als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert. Die zum Halten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere beinhalten Anteile an Investmentfonds, die zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeitverpflichtungen dienen und Vorzugsaktien von der Nxt-ID, Inc. Die Handelspapiere beinhalten Anteile an einem geschlossenen und voll konsolidierten Spezialfonds, der in öffentlich gehandelte Eigen- und Fremdkapitaltitel investiert, und Stammaktien von der Nxt-ID, Inc. Diese Wertpapiere werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert unter Bezugnahme auf öffentlich notierte Marktpreise auf einem aktiven Markt zum Bilanzstichtag bewertet. Hochliquide „Commercial Paper“ mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten werden als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen und mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

 

Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus den zum Handel bestimmten Wertpapieren und aus den zum Halten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (Wertpapieranlagen) werden erfolgswirksam im Jahresergebnis ausgewiesen.

 

Ergibt sich zu späteren Bewertungszeitpunkten, dass der beizulegende Zeitwert infolge von Ereignissen, die nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertminderung eingetreten sind, objektiv gestiegen ist, werden die Wertminderungen in entsprechender Höhe erfolgswirksam zurückgenommen.

 

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Vermögenswerte werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet. Die Bewertung erfolgt entsprechend den Ausführungen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, netto. Wertberichtigungen von finanziellen Vermögenswerten werden nach dem Wertminderungsmodell für erwartete Kreditverluste erfasst. Bei Wegfall der Gründe für die erfassten Wertberichtigungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

 

Finanzielle Schulden

Die unter den finanziellen Schulden ausgewiesenen Verpflichtungen werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, der Kategorie „Finanzielle Schulden bilanziert zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet. Die Bewertung dieser finanziellen Schulden erfolgt beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Transaktionskosten werden von den Anschaffungskosten abgezogen, soweit sie direkt zurechenbar sind. Als langfristig werden Verbindlichkeiten eingeordnet, die am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von mehr als zwölf Monaten ausweisen.

 

Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht der oben dargestellten Vorgehensweise zu den finanziellen Schulden.

 

Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

 

Giesecke+Devrient hat bisher nicht von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, finanzielle Schulden bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Schulden zu bestimmen.

 

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos aus dem gewöhnlichen Geschäftsverlauf in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt.

 

Bei G+D wird das Wahlrecht zur Beibehaltung von Hedge Accounting nach den Regelungen des IAS 39 in Anspruch genommen.

 

Währungsrisiken aus Verträgen mit einem Nominalvolumen von mehr als 10,0 Mio. USD werden grundsätzlich im Rahmen eines Mikrohedges als „Fair Value Hedge“ bilanziell abgebildet und über Devisentermingeschäfte abgesichert. Wenn die Vorgaben des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen („Hedge Accounting“) erfüllt sind, designiert und dokumentiert Giesecke+Devrient die Sicherungsbeziehung ab diesem Zeitpunkt als „Fair Value Hedge“. Bei einem „Fair Value Hedge“ wird der beizulegende Zeitwert eines bilanzierten Vermögenswertes, einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung gesichert. Die Dokumentation der Sicherungsbeziehungen beinhaltet die Ziele und die Strategie des Risikomanagements, die Art der Sicherungsbeziehung, das gesicherte Risiko, die Bezeichnung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts sowie eine Beschreibung der Methode zur Effektivitätsmessung. Die Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes in Bezug auf das abgesicherte Risiko als in hohem Maße wirksam eingeschätzt und regelmäßig dahingehend untersucht, ob sie während der gesamten Berichtsperiode, für die sie designiert waren, hocheffektiv waren. Zeitwertänderungen dieser Derivate werden im sonstigen Finanzergebnis, netto, erfasst, ebenso die Veränderung der Marktbewertung der dazugehörigen Grundgeschäfte. Die Zeitwerte der Grundgeschäfte werden in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und unter den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Werden derivative Finanzinstrumente nicht mehr in ein „Hedge Accounting“ einbezogen, da die Voraussetzungen für ein „Hedge Accounting“ nicht mehr erfüllt sind, werden sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft.

 

Ansonsten wendet G+D keine Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen im Rahmen der Sicherung von Fremdwährungsrisiken an („No-Hedge Accounting“). Daher werden diese derivativen Finanzinstrumente als „zu Handelszwecken gehalten“ qualifiziert und zum Bilanzstichtag entweder als Vermögenswert oder als Schuld zu ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Änderungen im beizulegenden Zeitwert werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Der Marktwert der Devisentermingeschäfte errechnet sich auf der Basis der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassakurse sowie der Terminauf- und -abschläge im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

 

Giesecke+Devrient ermittelt Finanzderivate, die in Trägerkontrakte eingebettet sind, und bilanziert sie entsprechend den Bestimmungen von IFRS 9 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ getrennt. Bei diesen Derivaten handelt es sich ausschließlich um Fremdwährungsderivate, die in bestimmte, auf eine Währung lautende Einkaufs- und Verkaufskontrakte eingebettet sind, die funktionale Währung weder von G+D noch des Vertragskontrahenten ist und die auch keine Währung ist, die üblicherweise in Verträgen verwendet wird, um nichtfinanzielle Objekte in dem wirtschaftlichen Umfeld, in dem das Geschäft stattfindet, zu kaufen oder zu verkaufen.

 

Die Zeitwerte der externen und eingebetteten Fremdwährungsderivate werden in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und unter den kurzfristigen finanziellen Schulden ausgewiesen.

 

Im Geschäftsjahr 2011 erfolgte erstmals der Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung von Zinsrisiken. Für die derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung der Zinsrisiken wendet G+D seit dem 1. Januar 2012 die Bilanzierung von Sicherungszusammenhängen an. Seit dem 1. Januar 2012 bilanziert Giesecke+Devrient Sicherungszusammenhänge in Form eines „Cash Flow Hedge“ für einen Zinssatzswap und einen Cross-Currency-Swap, mit dem Zins- und Währungskursrisiken abgesichert werden. Bei einem „Cash Flow Hedge“ werden zukünftig erwartete Zahlungsströme gesichert. Die Dokumentation der Sicherungsbeziehungen beinhaltet die Ziele und die Strategie des Risikomanagements, die Art der Sicherungsbeziehung, das gesicherte Risiko, die Bezeichnung des Sicherungsinstruments und des Grundgeschäfts sowie eine Beschreibung der Methode zur Effektivitätsmessung. Die Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes in Bezug auf das abgesicherte Risiko als in hohem Maße wirksam eingeschätzt und regelmäßig dahingehend untersucht, ob sie während der gesamten Berichtsperiode, für die sie designiert waren, hocheffektiv waren. Zeitwertänderungen des Teils dieser Derivate, der als wirksame Absicherung zu qualifizieren ist, werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Der unwirksame Teil wird erfolgswirksam im Finanz- bzw. Zinsergebnis, netto, erfasst. Die Zeitwerte der Grundgeschäfte werden in der Bilanz unter den kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten und unter den kurz- und langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten sowie finanziellen Schulden ausgewiesen. Die Beträge, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden in der Periode vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der die abgesicherten erwarteten Zahlungsströme die Gewinn- oder Verlustrechnung beeinflussen. Werden derivative Finanzinstrumente nicht mehr in ein „Hedge Accounting“ einbezogen, da die Voraussetzungen für ein „Hedge Accounting“ nicht mehr erfüllt sind, werden sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft. Der Marktwert der Zinssicherungsgeschäfte errechnet sich auf Basis von PAR FX-Forward Rates (quotiert) zum Stichtag im Rahmen eines gültigen Zinsstrukturmodells.

 

Die für G+D relevanten Klassen für Finanzinstrumente stellen die genutzten Kategorien nach IFRS 9, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige Geldanlagen sowie finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, Finanzgarantien und derivative Finanzinstrumente, die in ein „Hedge Accounting“ einbezogen sind, dar.

 

 

G Risikomanagementpolitik und Sicherungsmaßnahmen

 

Das Risikomanagement für den gesamten Konzern wird zentral gesteuert. Bestimmungen zur Risikomanagementpolitik, zu den Sicherungsmaßnahmen und den Dokumentationsanforderungen werden in einer Richtlinie von der zentralen Finanzabteilung festgelegt und in entsprechenden Prozessabläufen umgesetzt. Eine Überprüfung und Aktualisierung dieser Richtlinie erfolgt in regelmäßigen Abständen. Die Genehmigung der Richtlinie erfolgt durch die Geschäftsführung.

 

Derivative Finanzinstrumente werden von G+D ausschließlich zur Verminderung der dem globalen Geschäft innewohnenden Risiken eingesetzt. Giesecke+Devrient besitzt daher weder derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken noch begibt sie solche.

 

Es wird weiterhin auf die entsprechenden Ausführungen in Anmerkung 22 „Finanzwirtschaftliche Risiken“ verwiesen.

 

 

H Vorräte

 

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Kosten werden nach dem Durchschnittsverfahren, der FIFO-Methode („first in first out“) oder dem Standardkostenverfahren ermittelt. Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse umfasst direkt zurechenbare Materialeinzelkosten, Lohnkosten und Fertigungsgemeinkosten auf Basis der normalen Kapazität der Produktionsanlagen. Vermögenswerte des Vorratsvermögens werden zum Abschlussstichtag abgewertet, soweit ihr Nettoveräußerungswert niedriger ist als ihr Buchwert.

 

 

I Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

 

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung qualifiziert, wenn diese im gegenwärtigen Zustand zu Bedingungen, die für den Verkauf derartiger Vermögenswerte gängig und üblich sind, sofort veräußerbar sind und eine solche Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Die Bewertung erfolgt zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

 

 

J Goodwill und andere immaterielle Vermögenswerte

 

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten erworbene Vermögenswerte wie Standardsoftware, Lizenzen, Patente, Wasserrechte, Know-how, Goodwill sowie selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte.

 

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

 

Kosten für Entwicklung werden aktiviert, sofern die Voraussetzungen des IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ erfüllt sind. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Personaleinzelkosten sowie in angemessenem Umfang zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt. Die Abschreibung bilanzierter Entwicklungskosten erfolgt linear über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Forschungskosten werden nicht aktiviert, sondern in der Periode des Anfalls erfolgswirksam erfasst.

 

Die Nutzungsdauern der zeitlich beschränkt nutzungsfähigen immateriellen Vermögenswerte betragen grundsätzlich:

 

 

Jahre
Aktivierte Entwicklungskosten/Technologie3-10
Software, Rechte, Kundenstamm etc.2-15

Goodwill wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern auf die Werthaltigkeit hin zumindest jährlich überprüft. Wertminderungen des Goodwills dürfen nicht rückgängig gemacht werden.

 

Giesecke+Devrient überprüft die Werthaltigkeit eines Goodwills auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit („Cash-Generating Unit“, kurz CGU) oder auf Ebene von Gruppen von CGUs in einem einstufigen Wertminderungstest, der mindestens jährlich durchzuführen ist. Übersteigt der Buchwert der CGU bzw. Gruppe von CGUs, der der Goodwill zugewiesen wurde, deren erzielbaren Betrag (Nutzungswert ermittelt als Barwert der zukünftigen Cashflows), ist der betroffene Goodwill in Höhe des Differenzbetrages wertzumindern. Übersteigt die Wertminderung der CGU bzw. Gruppe von CGUs den Buchwert des ihr zugeordneten Goodwills, ist die darüber hinausgehende Wertminderung durch anteilige Minderung von Buchwerten der CGU bzw. Gruppe von CGUs zugeordneten Vermögenswerten (grundsätzlich Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) zu erfassen.

 

Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten und des Nutzungswerts basiert, sind geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Diese Prämissen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des Goodwills haben. Werden zur Ermittlung des Goodwills Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf Wertminderungen getestet, ist die Bestimmung des erzielbaren Betrags der Vermögenswerte gleichermaßen mit Schätzungen des Managements verbunden.

 

 

 

K Sachanlagen

 

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Die Sachanlagen werden linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Abschreibung beginnt, sobald der Vermögenswert in Betrieb genommen wird.

 

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktions- bzw. leistungserstellungsbezogene Verwaltungskosten. Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt.

 

Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen auch die geschätzten Kosten für den Abbruch und das Abräumen des Gegenstandes und die Wiederherstellung des Standortes, an dem er sich befindet.

 

Vereinnahmte Investitionszuschüsse und -zulagen mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten derjenigen Vermögenswerte, für die der Zuschuss gewährt wurde.

 

Bestehen Sachanlagen aus mehreren Bestandteilen mit unterschiedlichen Nutzungsdauern, werden die einzelnen Bestandteile separat über ihre individuellen Nutzungsdauern abgeschrieben. Laufende Wartungs- und Reparaturkosten werden im Entstehungszeitpunkt verursachungsgemäß als Aufwand erfasst.

 

Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Sachanlagen bei G+D betragen:

 

 

Jahre
Gebäudebis 50
Technische Anlagen und Maschinen2-23
Sonstige Anlagen und Büroausstattung2-23

L Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen

 

Wertminderungen anderer immaterieller Vermögenswerte und von Sachanlagen werden durch den Vergleich ihres Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag als höherem Wert aus beizulegendem Zeitwert und Nutzungswert des Vermögenswerts ermittelt. Können den einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der nächsthöheren aggregierten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten zu testen. Soweit die Gründe für zuvor erfasste Wertminderungen entfallen, wird für diese Vermögenswerte eine Wertaufholung vorgenommen. Ausgenommen hiervon sind die Goodwills.

 

 

M Leasing

 

Bei Abschluss einer Vereinbarung stellt der Konzern fest, ob eine solche Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält.

 

Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird demjenigen Vertragspartner in einem Leasingverhältnis zugerechnet, der alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Leasinggegenstand verbunden sind.

 

Trägt der Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken („Operating Lease“), wird der Leasinggegenstand vom Leasinggeber bilanziert. Die Bewertung des Leasinggegenstandes richtet sich nach den für den Leasinggegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Während des Zeitraums des Operating-Leasing-Verhältnisses werden die gezahlten Leasingraten von Leasinggeber und Leasingnehmer erfolgswirksam erfasst.

 

Trägt der Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind („Finance Lease“), so hat der Leasingnehmer den Leasinggegenstand anzusetzen. Der Leasinggegenstand wird im Zugangszeitpunkt mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Leasingzahlungen bewertet und über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Der Leasingnehmer setzt im Zugangszeitpunkt zugleich eine Leasingverbindlichkeit an. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben.

 

 

N Rückstellungen

 

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

Die Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und damit zusammenhängende Aufwendungen und Erträge werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Diese Bewertungen beruhen auf Schlüsselprämissen, darunter Abzinsungssätze, Gehaltstrends, Rentendynamiksätze, biometrische Wahrscheinlichkeiten und Trendannahmen zur Entwicklung der Krankenversicherungsleistungen. Die angesetzten Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Anleihen mit entsprechender Laufzeit erzielt werden. Aufgrund schwankender Markt- und Wirtschaftslage können die zugrunde gelegten Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen, was wesentliche Auswirkungen auf Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben kann.

 

Die Pensionsrückstellungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien („Projected Unit Credit Method“) bewertet. Dabei werden sowohl die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Entgelte und Renten berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste und die übrigen Neubewertungen der Nettoschuld werden am Abschlussstichtag ermittelt und über das sonstige Ergebnis („Ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderungen“) erfasst.

 

Zur Festlegung des Rechnungszinssatzes bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen verwendet Giesecke+Devrient die Methodik „Mercer Pension Discount Yield Curve“. Hierbei handelt es sich um eine IAS-19-konforme Zinsermittlungsmethode. Die Methodik basiert auf einer Auswahl von AA-gerateten Unternehmensanleihen gemäß Bloomberg-Auswertungen. Der Nettozinsaufwand, d.h. der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil der Rückstellungszuführung abzüglich des mit den Abzinsungssätzen ermittelten erwarteten Ertrags aus dem Planvermögen, wird im Zinsaufwand gezeigt. Die im Rahmen von beitragsorientierten Plänen zu leistenden Beiträge werden als Aufwand erfasst.

 

Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, werden die entstehende Veränderung der die nachzuverrechnende Dienstzeit betreffenden Leistung oder der Gewinn oder Verlust bei der Kürzung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung.

 

Altersteilzeitvereinbarungen

Eine Verpflichtung aus Altersteilzeit wird zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem der Arbeitnehmer einen einzelvertraglichen Anspruch auf vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat. Für Altersteilzeitvereinbarungen im Rahmen des Blockzeitmodells werden der kontinuierlich anwachsende Erfüllungsrückstand und die Verpflichtung zur Zahlung von Aufstockungsleistungen getrennt bewertet. Beide Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen vom Beginn der Aktivphase bis zum Ende der Beschäftigungsphase ratierlich erfasst. In der Passivphase wird der Barwert der zukünftigen Zahlungen zurückgestellt. Der in den Altersteilzeitaufwendungen enthaltene Nettozinsanteil wird im Zinsaufwand gezeigt.

 

Gewährleistungsverpflichtungen

Beim Verkauf eines Produkts wird eine Rückstellung für erwartete Gewährleistungsverpflichtungen gebildet. Schätzungen für Aufwendungen aus Gewährleistungsverpflichtungen basieren vorwiegend auf Erfahrungen aus der Vergangenheit.

 

Restrukturierungsrückstellungen

Eine Restrukturierungsrückstellung wird angesetzt, sofern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht. Eine faktische Verpflichtung zur Restrukturierung entsteht nur dann, wenn es einen detaillierten formellen Restrukturierungsplan gibt und bei den Betroffenen die Erwartung ausgelöst wurde, dass die Restrukturierung durchgeführt wird. Dies kann erfolgen durch den Beginn der Umsetzung des Plans oder durch die Bekanntgabe der wesentlichen Punkte an die Betroffenen. Eine Restrukturierungsrückstellung enthält nur die direkt im Zusammenhang mit der Restrukturierung entstehenden Ausgaben, die sowohl zwangsweise im Zuge der Restrukturierung entstehen als auch nicht mit den laufenden Aktivitäten von G+D zusammenhängen.

 

Rückstellungen für belastende Verträge

Die Bestimmung der Rückstellungen für belastende Verträge ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen verbunden. Diese betreffen im Wesentlichen Einschätzungen bezüglich des Projektfortschritts, der Erfüllung bestimmter Leistungsanforderungen, Änderungen der Projektvolumina, der Aktualisierung der kalkulierten Gesamtkosten sowie angewandter kundenspezifischer und laufzeitadäquater Diskontierungszinssätze.

 

Giesecke+Devrient erfasst Rückstellungen für belastende Verträge, sofern bei einem Vertrag die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Die unvermeidbaren Kosten aus einem Vertrag spiegeln den Mindestbetrag der bei Ausstieg aus dem Vertrag anfallenden Nettokosten wider; diese stellen den niedrigeren Betrag von Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Entschädigungszahlungen oder Strafgeldern dar. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag erfasst wird, erfolgt die Bilanzierung einer Wertminderung bei den durch den Vertrag betroffenen Vermögenswerten.

 

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, soweit rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen, die zuverlässig ermittelbar sind. Sie werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet und nicht mit möglichen Erstattungen, wie z. B. Versicherungsansprüchen, verrechnet. Der Erfüllungsbetrag ergibt sich auf der Basis der bestmöglichen Schätzung. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern der Abzinsungsbetrag wesentlich ist.

 

Änderungen des Zinssatzes, der Höhe oder des zeitlichen Anfalls von Auszahlungen zur Bewertung von Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnlichen Verpflichtungen sind in gleicher Höhe beim korrespondierenden Vermögenswert zu berücksichtigen, sofern die Rückstellungsminderung den Buchwert des Vermögenswertes nicht überschreitet. In diesem Fall ist der überschießende Betrag sofort erfolgswirksam zu erfassen.

 

 

O Erfassung der Umsatzerlöse, Zinsen und Dividenden

 

IFRS 15 ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Konzern wendet IFRS 15 erstmals für das am 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahr 2018 (Umstellungsjahr auf IFRS 15) an. Im Vorjahr wurden Umsatzerlöse gemäß IAS 11 Fertigungsaufträge und IAS 18 Umsatzerlöse erfasst. Der Konzern wendet, beim Übergang auf IFRS 15 die modifiziert retrospektive Methode an, nach der die kumulierten Anpassungsbeträge zum 1. Januar 2018 erfasst werden. Infolgedessen wendet der Konzern die Anforderungen des IFRS 15 nicht auf jede dargestellte Vergleichsperiode an. Hierbei macht der Konzern von den in IFRS 15 gewährten praktischen Erleichterungen Gebrauch. In diesem Zusammenhang erfolgt, zum 1. Januar 2018 keine Neubewertung solcher Verträge, die innerhalb desselben Geschäftsjahres begonnen und erfüllt wurden oder am 1. Januar 2018 vollständig erfüllt sind.

 

Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse mit Übergang der Verfügungsgewalt über die Güter an Kunden erfasst. Bei einigen Verträgen über den Verkauf von kundenspezifischen Produkten, insbesondere im Karten-, Pass- und Ausweisgeschäft überträgt der Konzern die Verfügungsgewalt über den Fertigungszeitraum. Die Umsatzerlöse aus diesen Verträgen werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad des Produktes und somit vor Lieferung der Güter zum Kunden erfasst.

 

In bestimmten Fällen tritt G+D als Generalunternehmer bei der Errichtung von Papierfabriken, Sondereinrichtungen (z. B. zur Fertigung von Sicherheitsprodukten) und Personalisierungszentren auf. Die Erfüllung solcher Verträge erfolgt im Allgemeinen über einen längeren Zeitraum. Bis zur endgültigen Fertigstellung können mehrere Jahre vergehen. Für Fertigungsaufträge erfolgt die Umsatzrealisierung über die Vertragslaufzeit, sofern sich Erträge und Aufwendungen verlässlich schätzen lassen. Der Fertigstellungsgrad wird mit Hilfe von Output-Methoden (z.B. vereinbarte Meilensteine) oder dem Kostenvergleichsverfahren („Cost-to-Cost“-Methode) ermittelt. Das Periodenergebnis wird ermittelt, indem die vertraglich festgelegten Gesamtauftragserlöse und -kosten mit dem Fertigstellungsgrad multipliziert und um die Vorjahresergebnisse korrigiert werden.

 

Werden langfristige Kundenaufträge abgewickelt, deren wesentliche Bestandteile die Erstellung, die Modifikation oder das Customizing von Software ausmachen, erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel nach Abnahme durch den Kunden, da der Fertigstellungsgrad nicht verlässlich bestimmbar ist.

 

Schließt G+D Vertragsverhältnisse mit mehreren Lieferungs- und Leistungskomponenten („Mehrkomponentenverträge“) ab, wie beispielsweise die Lieferung von Kartenkörpern sowie die Erbringung von Personalisierungsleistungen, bemessen sich die einzelnen Komponenten grundsätzlich nach dem anteiligen Einzelveräußerungspreis der jeweiligen Komponente am gesamten Lieferungs- und Leistungsumfang.

 

Geschäftsfeldübergreifend beeinflusst der erhöhte Spielraum für Schätzungen im Zusammenhang mit variablen Gegenleistungen die Höhe und den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung.

 

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

 

 

P Zuwendungen

 

Sofern Investitionszuschüsse/-zulagen für Vermögenswerte bestimmt sind, werden diese mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten des bezuschussten Vermögenswertes verrechnet und stellen somit eine Anschaffungskostenminderung dar. Der Zuschuss/die Zulage wird ratierlich in Form von geringeren Abschreibungen erfolgswirksam vereinnahmt.

 

Die übrigen Zuwendungen werden in der Periode als Ertrag erfasst, in der der Anspruch entsteht.

 

 

Q Latente Steuern

 

Aktive und passive latente Steuern werden nach der „Liability“-Methode für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzernbilanz und der Steuerbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt, sofern aus deren Nutzung Steuerminderungen in Folgeperioden wahrscheinlich sind.

 

 

R Kapitalflussrechnung

 

Die Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 aufgestellt und zeigt die Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres gegliedert nach den Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, indem das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um nicht zahlungswirksame Vorgänge korrigiert wird. Darüber hinaus werden Sachverhalte eliminiert, die dem Cashflow aus Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Zahlungsströme aus erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie aus erhaltenen Dividenden werden den Zahlungsströmen aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet. Auszahlungen für den Erwerb zusätzlicher Anteile an verbundenen Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung werden dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet.

 

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel. Die flüssigen Mittel setzen sich aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten, den liquiden Mitteln aus den Fonds sowie kurzfristigen Geldanlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten zusammen.

 

 

S Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

 

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

 

Zum 1. Januar 2018 hat G+D im Rahmen der Einführung des IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ seine Bilanzierungsmethoden bezüglich der Umsatzrealisierung geändert. Zu den neuen Bilanzierungsmethoden verweisen wir auf die entsprechenden Anmerkungen unter 1 (o) „Erfassung der Umsatzerlöse, Zinsen und Dividenden“.

 

Die folgenden Übersichten fassen die Auswirkungen aus der Einführung von IFRS 15 für das zum 31. Dezember 2018 endende Geschäftsjahr zusammen:

 

 

Konzern-Bilanz
in Mio. EUR31.12.2018
wie berichtetAnpassungenohne Anwendung von IFRS 15
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte367,8126,7494,5
Sonstige kurzfistige Vermögenswerte49,98,258,1
Vertragliche Vermögenswerte134,6(134,6)
Sonstige1.102,11.102,1
Summe kurzfristige Vermögenswerte1.654,40,31.654,7
Langfristige Vermögenswerte
Beteiligungen21,621,6
Latente Steuern152,211,2163,4
Sonstige langfristige Vermögenswerte6,312,819,1
Vertragliche Vermögenswerte12,4(12,4)
Sonstige645,5645,5
Summe langfristige Vermögenswerte838,011,6849,6
Summe Aktiva2.492,411,92.504,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten373,5280,5654,0
Vertragliche Verbindlichkeiten236,6(236,6)
Sonstige318,5318,5
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten928,643,9972,5
Langfristige Verbindlichkeiten
Latente Steuern11,9(0,7)11,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten9,69,6
Vertragliche Verbindlichkeiten9,6(9,6)
Sonstige1.052,41.052,4
Summe langfristige Verbindlichkeiten1.073,9(0,7)1.073,2
Eigenkapital
Gewinnrücklagen448,3(30,5)417,8
Nicht beherrschende Anteile39,3(0,8)38,5
Sonstige2,32,3
Summe Eigenkapital489,9(31,3)458,6
Summe Passiva2.492,411,92.504,3
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
in Mio. EUR2018
wie berichtetAnpassungenohne Anwendung von IFRS 15
Umsatzerlöse 2.246,0 (44,2) 2.201,8
Umsatzkosten (1.648,7) 31,0 (1.617,7)
Ertragsteuern (35,3) 3,0 (32,3)
Sonstige (511,8) - (511,8)
Jahresüberschuss 50,2 (10,2) 40,0

Aus der Umstellung der zeitpunktbezogenen auf die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung bei Verträgen über kundenindividuelle Vermögenswerte ergibt sich ein Vorsteuereffekt von 26,7 Mio. EUR. Dies betrifft insbesondere die bereits in einem der ersten Bearbeitungsschritte im Fertigungsprozess mit kundenspezifischen Sicherheitsmerkmalen ausgestatteten Produkte im Teilkonzern Mobile Security und der Division Banknote Solutions. Nach Abzug des latenten Steuereffekts von 6,4 Mio. EUR ergibt sich zum 1. Januar 2018 ein Effekt auf die Gewinnrücklage in Höhe von 20,3 Mio. EUR. Aus den gleichen Gründen ergibt sich ein Effekt in Höhe von 0,4 Mio. EUR auf das Eigenkapital, das auf nicht beherrschende Gesellschafter entfällt.

 

In der folgenden Tabelle ist der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2018 den für G+D relevanten Zeitbändern zugeordnet:

 

 

in Mio. EUR20192020>2020
Auftragsbestand 1.004,8 383,3 275,0

Die in der Tabelle genannten Transaktionspreise berücksichtigen alle in den Kundenverträgen genannten Gegenleistungen.

 

IFRS 9 Finanzinstrumente

 

Zum 1. Januar 2018 hat der Konzern erstmalig IFRS 9 angewendet.

 

Aufgrund der von G+D gewählten Übergangsmethoden bei der Anwendung dieses Standards wurden die Vergleichsinformationen im vorliegenden Abschluss, mit Ausnahme bestimmter Absicherungen und separat dargestelltem Wertminderungsaufwand für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten, nicht an die Anforderungen des neuen Standards angepasst.

 

Die Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung des Standards sind im Wesentlichen auf den Anstieg der Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte zurückzuführen.

 

IFRS 9 legt die Anforderungen für Ansatz und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, finanziellen Schulden sowie einigen Verträgen zum Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Verträgen fest. Dieser Standard ersetzt IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung.

 

Infolge der Einführung von IFRS 9 hat G+D Folgeänderungen zu IAS 1 Darstellung des Abschlusses umgesetzt, wonach eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten in einem separaten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen ist. Aus Wesentlichkeitsgründen hat G+D die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Geschäftsjahr 2018 nicht in einem gesonderten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, sondern direkt in den Vertriebskosten erfasst. Wertminderungen anderer finanzieller Vermögenswerte werden aus Gründen der Wesentlichkeit, ähnlich der Darstellung nach IAS 39, nicht separat in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Finanzergebnis ausgewiesen.

 

Darüber hinaus hat der Konzern Folgeänderungen zu IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben auf die Anhangangaben für das Geschäftsjahr 2018 angewendet. Diese wurden jedoch im Allgemeinen nicht auch auf die Vergleichsinformationen angewendet.

 

Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

IFRS 9 enthält drei grundsätzliche Kategorien zur Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL). Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. IFRS 9 eliminiert die bisherigen Kategorien des IAS 39: bis zur Endfälligkeit zu halten, Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbar. Nach IFRS 9 werden Derivate, die in Verträge eingebettet sind, bei denen die Basis ein finanzieller Vermögenswert im Anwendungsbereich des Standards ist, niemals getrennt bilanziert. Stattdessen wird das hybride Finanzinstrument insgesamt im Hinblick auf die Klassifizierung beurteilt.

 

IFRS 9 behält die bestehenden Anforderungen des IAS 39 für die Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten weitgehend bei.

 

Die erstmalige Anwendung des IFRS 9 hatte in Bezug auf finanzielle Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente keine wesentlichen Auswirkungen auf die Rechnungslegungsmethoden bei G+D.

 

Zu den neuen Bilanzierungsmethoden verweisen wir auf die entsprechenden Anmerkungen unter 1 (f) „Finanzinstrumente“. Für eine Erläuterung der ursprünglichen Bewertungskategorien gem. IAS 39 und der neuen Bewertungskategorien unter IFRS 9 sowie eine Überleitung der Buchwerte finanzieller Vermögenswerte nach IAS 39 auf die Buchwerte nach IFRS 9 zum Übergangszeitpunkt wird auf die entsprechenden Ausführungen in Anmerkung 21 „Finanzinstrumente“ verwiesen.

 

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte 

IFRS 9 ersetzt das Modell der „eingetretenen Verluste“ des IAS 39 durch ein Modell der „erwarteten Kreditverluste“ („ECL“). Das neue Wertminderungsmodell ist auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, auf Vertragsvermögenswerte und zum FVOCI bewerte Schuldinstrumente anzuwenden, nicht jedoch auf als Finanzanlagen gehaltenen Eigenkapitalinvestments. Nach IFRS 9 werden Kreditverluste früher als nach IAS 39 erfasst.

 

Der Konzern hat ermittelt, dass die zusätzlichen Wertminderungsaufwendungen aus der Anwendung der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 zum 1. Januar 2018 wie folgt sind.

 

 

 

in Mio. EUR
Wertberichtigung zum 31. Dezember 2017 nach IAS 39 14,3
Zusätzlicher Wertminderungsaufwand zum 1. Janaur 2018 auf: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 1,3
Wertberichtigung zum 1. Januar 2018 nach IFRS 9 15,6

Zusätzliche Informationen über die Ermittlung der Wertberichtigungen des Konzerns sind in Anmerkung 3 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto“.

 

Übergang

G+D hat von der Befreiung Gebrauch gemacht, Vergleichsinformationen für vorhergehende Perioden hinsichtlich der Änderungen der Klassifizierung und Bewertung (einschließlich der Wertminderung) nicht anzupassen. Daher wurden die Vergleichsperioden nur für die retrospektive Anwendung der Kosten des Absicherung-Ansatzes für Forward Points angepasst. Differenzen zwischen den Buchwerten der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund der Anwendung des IFRS 9 werden grundsätzlich in den Gewinnrücklagen und sonstigen Rücklagen zum 1. Januar 2018 erfasst. Insofern entsprechen die für 2017 dargestellten Informationen im Allgemeinen nicht den Anforderungen des IFRS 9, sondern denen des IAS 39.

 

Die nachstehenden Beurteilungen sind auf Grundlage der Tatsachen und Umstände vorgenommen worden, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung bestanden:

  • Bestimmung des Geschäftsmodells, in dessen Rahmen ein finanzieller Vermögenswert gehalten wird.
  • Bestimmung in Bezug auf bestimmte finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten , die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

 

Alle zum 31. Dezember 2017 nach IAS 39 designierten Sicherungsbeziehungen erfüllten zum 1. Januar 2018 die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9 und werden daher als fortlaufende Sicherungsbeziehungen betrachtet.

 

Weitere Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

  

Im Rahmen des „Annual Improvement“ Projekts (2014-2016) wurden drei IFRS Standards geändert, von denen die Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 in 2018 erstmalig anzuwenden waren:

 

In IAS 28 wird klargestellt, dass das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung unterschiedlich ausgeübt werden kann. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von G+D.

 

Das IASB hat eine Reihe weiterer Verlautbarungen veröffentlicht. Diese kürzlich umgesetzten Rechnungslegungsverlautbarungen sowie die Verlautbarungen, die noch nicht umgesetzt wurden, hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den Abschluss des G+D-Konzerns.

 

 

T   Neue und geänderte Bilanzierungsgrundsätze

 

Außer dem im Folgenden aufgeführten neuen Standard, der einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben kann, wurden eine Reihe weiterer Standards und Interpretationen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden:

 

IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard – d.h., dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen.

 

IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse – Anreize und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen.

 

Der Standard ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden.

 

Die erstmalige Anwendung des Standards ist mit der verpflichtenden Anwendung für die Berichtsperiode des am 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres beabsichtigt. Das Projekt zur Implementierung des neuen Standards ist noch nicht abgeschlossen. Durch die oben beschriebene Erfassung von Nutzungsrechten und Schulden aus den Leasingverhältnissen wird in der Periode der Ersterfassung ein signifikanter Anstieg der langfristigen Vermögenswerte sowie der Schulden erwartet.

 

 

2 Finanzielle Vermögenswerte

 

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 31. Dezember 2018 und 2017 wie folgt zusammen:

 

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Kurzfristig
Kurzfristige Geldanlagen (> 3 Monate und < 1 Jahr) 0,9 0,9
Handelspapiere 61,9 72,6
Wertpapieranlagen 10,2 9,3
Derivative Finanzinstrumente 5,4 4,6
78,4 87,4
Langfristig
Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 21,4 21,1
Ausleihungen an assoziierte Unternehmen - 1,3
Wertpapieranlagen 1,8 1,7
23,2 24,1

Die Wertpapieranlagen wurden zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 12,0 Mio. EUR am 31. Dezember 2018 und in Höhe von 11,0 Mio. EUR am 31. Dezember 2017 bilanziert. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktwert.

 

 

3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto

 

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, netto, setzen sich zum 31. Dezember 2018 und 2017 wie folgt zusammen:

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 467,8 445,3
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen 7,8 7,3
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 0,5 0,1
Sonstige 17,9 15,5
Anzahlungen 71,5 34,2
565,5 502,4
Wertberichtigungen auf Forderungen (9,0) (14,3)
556,5 488,1
Langfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4,2 13,2
Anzahlungen auf Sachanlagen 3,4 3,3
7,6 16,5

Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen (ohne Anzahlungen) zum 31. Dezember 2018:

 

 

in Mio. EURnicht
überfällig
1 bis 30 Tage
überfällig
31 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180 Tage
überfällig
181 bis 360 Tage
überfällig
über 360 Tage
überfällig
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 351,8 56,3 40,9 16,3 19,9 13,0 498,2
abzüglich Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (0,2) (0,1) (0,2) (0,1) (0,2) (8,2) (9,0)
durchschnittliche Kreditverluste in %–0,1–0,2–0,5–0,6–1,0–63,1–1,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
netto
351,6 56,2 40,7 16,2 19,7 4,8 489,2

Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen (ohne Anzahlungen) zum 31. Dezember 2017:

 

 

in Mio. EURnicht
überfällig
1 bis 30 Tage
überfällig
31 bis 30 Tage
überfällig
91 bis 180 Tage
überfällig
181 bis 360 Tage
überfällig
über 360 Tage
überfällig

Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 346,3 51,7 21,5 20,9 23,9 17,1 481,4
abzüglich Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - (0,3) - (1,7) (12,3) (14,3)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
netto
346,3 51,7 21,2 20,9 22,2 4,8 467,1

Die Einzelwertberichtigungen (EWB) sowie die Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:

 

 

in Mio. EUR20182017
Einzel-
wertberichtigung
Pauschal-
wertberichtigung
SummeEinzel-
wertberichtigung
Saldo am 1. Januar 13,0 1,3 14,3 11,6
Zugänge zum Konsolidierungskreis 1,3 1,3 0,2
Zuführungen (erfolgswirksam) 1,4 1,4 2,8 6,2
Auflösungen (erfolgswirksam) (7,9) (0,6) (8,5) (2,7)
Ausbuchungen von Forderungen (0,9) (0,9) (1,3)
Umbuchungen 0,7
Währungsumrechnungseffekte (0,4)
Saldo am 31. Dezember 6,9 2,1 9,0 14,3

Die Einzelwertberichtigungen betreffen mehrere Kunden, die mitgeteilt haben, dass sie aufgrund ihrer wirtschaftlichen Umstände nicht erwarten, die ausstehenden Beträge begleichen zu können.

 

Die zusätzlichen Wertminderungsaufwendungen aus der Pauschalwertberichtigung sind auf die Anwendung der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 zum 1. Januar 2018 zurückzuführen. Für eine Erläuterung der Berechnungsmethode der erwarteten Kreditverluste auf kollektiver Basis – siehe Anmerkung 1 (f) „Finanzinstrumente“, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto.

 

Der weder wertgeminderte noch in Zahlungsverzug befindliche Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen beträgt 351,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018 bzw. 346,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2017. G+D geht davon aus, dass die weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen in voller Höhe einbringlich sind. Es deuten zum Stichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Diese Einschätzung basiert auf dem Zahlungsverhalten der Vergangenheit sowie umfangreichen Analysen in Bezug auf das Ausfallrisiko der Kunden.

 

Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie auf nahestehende Unternehmen und Personen waren nicht erforderlich.

 

Im Geschäftsjahr 2015 hat der Konzern eine Dienstleistungskonzessionsvereinbarung mit einer ausländischen Behörde über das Errichten und Betreiben einer gemeinsamen Fabrik zur Herstellung von ID-Karten und Pässen (BOT-Modell = Build-Operate-Transfer) abgeschlossen. Die Vereinbarung sieht neben einer einjährigen Errichtungsphase eine zehnjährige Betreiberphase vor.

 

Zur Errichtung der Fabrik ist ein gemeinsames Investitionsbudget festgelegt, welches zu 60% durch den Konzern und zu 40% durch den Vertragspartner getragen wird. Wesentliche Aufgaben des Konzerns sind zunächst die Planung der Fabrik, die Beschaffung der notwendigen Maschinen und die Errichtung der Produktion sowie die Bereitstellung von Barmitteln (Errichtungsphase). Der operative Betrieb obliegt für eine Laufzeit von 10 Jahren (mit einer Verlängerungsoption um 5 Jahre) dem Konzern, wobei das EBITDA der Fabrik den Vertragspartnern zu jeweils ihren Investitionsanteilen (60/40) zusteht und jährlich ausgeschüttet werden soll. Der Vertragspartner hat für jedes Jahr der Betreiberphase eine Mindestabnahmemenge an ID-Karten und Pässen garantiert.

 

Während der operativen Phase des Projekts ist der Konzern für die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft der Fabrik verantwortlich. Nach Beendigung der operativen Laufzeit geht die Fabrik in das Eigentum des Vertragspartners über.

 

Die Dienstleistungskonzessionsvereinbarung wurde als „financial asset model“ eingestuft.

 

Im Geschäftsjahr 2015 wurden im Rahmen der Errichtungsphase Barmittel in Höhe von 2,7 Mio. EUR geleistet, die als Abgrenzungsposten in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen gezeigt werden. Da diese Barmittel bisher nicht verwendet wurden, sind sie zum 31. Dezember 2018 unverändert in diesem Abgrenzungsposten enthalten.

 

Der Auswahlprozesses zu einem geeigneten Grundstück wurde Ende 2017 abgeschlossen und entschieden. In 2018 hat G+D fortlaufend Errichtungsleistungen für den Aufbau der Kartenfabrik erbracht. Die bilanzierten Forderungen in Höhe von EUR 12,4 Mio. werden als langfristige vertragliche Vermögenswerte ausgewiesen, da Einnahmen erst im Rahmen der Betreiberphase erzielt werden können.

 

Für das Geschäftsjahr 2018 hat G+D keinen Gewinn oder Verlust erfasst, da den Umsatzerlösen gleichlautende Aufwendungen gegenüberstehen.

 

 

4 Vorräte, netto

 

Die Vorräte setzen sich zum 31. Dezember 2018 und 2017 wie folgt zusammen:

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 141,9 139,4
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 135,7 163,5
Fertigerzeugnisse 5,0 52,6
Handelswaren 28,8 21,0
Ersatzteile, Module, Sensoren – Currency Management Solutions 56,4 49,7
367,8 426,2

Der Betrag von Wertminderungen von Vorräten, der in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 als Aufwand erfasst worden ist, beläuft sich auf jeweils 24,1 Mio. EUR und 26,8 Mio. EUR.

 

Die Buchwerte der Vorräte, welche zur Besicherung von finanziellen Schulden dienen (siehe Anmerkung 13 „Finanzielle Schulden“), belaufen sich zum 31. Dezember 2018 und 2017 jeweils auf 0,0 Mio. EUR.

 

 

5 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Steuerforderungen (außer Ertragsteuerforderungen) 35,5 25,1
Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung 8,9 6,9
Forderungen aus Fertigungsaufträgen - 0,6
Sonstige 5,5 7,4
49,9 40,0

6 Beteiligungen

 

Die Beteiligungen betreffen:

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 12,6 18,8
Beteiligungen an anderen nahestehenden Unternehmen 9,0 -
21,6 18,8

Im Geschäftsjahr 2016 enthielten die Beteiligungen einen 49 %-Anteil an der EPC Electronic Payment Cards Gesellschaft für Kartenmanagement mbH (EPC). Mit Vertrag vom 20. Februar 2017 wurden die restlichen Anteile an der EPC hinzugekauft, womit EPC im Konzernabschluss von G+D zu einem vollkonsolidierten Unternehmen wurde (siehe Anmerkung 24 „Unternehmenszusammenschlüsse“).

 

Die folgenden Beteiligungen (siehe Anmerkung 1c „Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze“) werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert:

 

 

Höhe der Beteiligung
Name des Gemeinschaftsunternehmens
Shenzhen Giesecke & Devrient Currency Automation Systems Co. Ltd., China50,00 %
E-Kart Elektronik Kart Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi, Türkei50,00 %
Uganda Security Printing Company Ltd., Uganda29,40 %
Name des assoziierten Unternehmens
Emirates German Security Printing L.L.C., Vereinigte Arabische Emirate29,40 %
Netset Global Solutions d.o.o., Serbien24,00 %
Hansol Secure Co., Ltd., Korea16,29 %

Shenzhen Giesecke & Devrient Currency Automation Systems Co. Ltd. vertreibt und installiert Banknotenbearbeitungssysteme.

 

E-Kart Elektronik Kart Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi befasst sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Karten, Kartensystemen und kartenbasierten Lösungen.

 

Emirates German Security Printing L.L.C. vermarktet und vertreibt Sicherheitserzeugnisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Staaten der arabischen Halbinsel.

 

Netset Global Solutions d.o.o. entwickelt spezialisierte Informationssysteme mit integrierten Informationsschutzmechanismen, für die elektronische Identifizierung, für große nationale Register, für Smartcard-Anwendungen und kryptographische Lösungen.

 

Hansol Secure Co., Ltd. ist ein Hersteller von Chipkarten im Bereich NFC/LTE USIM sowie von Sicherheitsplattform-Lösungen.

 

Mit Wirkung zum 23. Mai 2017 hat G+D im Rahmen eines Anteilstausches für 19,93% der Anteile an Fit Pay, Inc. zum Marktwert von 2,8 Mio. EUR (Buchwert 2,2 Mio. EUR) Aktien an Nxt-ID, Inc. in gleicher Höhe zum Marktwert erhalten. Hieraus entstand ein Nettoveräußerungsgewinn in Höhe von 0,6 Mio. EUR und wurde innerhalb der Gewinn- und Verlustanteile aus Anwendung der Equity-Methode ausgewiesen. Der Ausweis der Aktien an Nxt-ID, Inc. erfolgt als zum Handel bestimmte Wertpapiere für die an der Börse gehandelten Aktien und als zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere für die Vorzugsaktien. Die Bewertung erfolgt entsprechend zum beizulegenden Zeitwert.

 

Mit Wirkung zum 30. September 2018 hat G+D die Beteiligung an der CI Tech Sensors AG, Burgdorf, Schweiz, zum Veräußerungspreis in Höhe von 2,5 Mio. EUR verkauft. Der Nettoveräußerungsgewinn betrug 0,7 Mio. EUR und ist innerhalb der Gewinn- und Verlustanteile aus der Anwendung der Equity-Methode ausgewiesen.

 

Mit Wirkung zum 15. Januar 2018 hat G+D 10% der Anteile an der Verimi GmbH, Frankfurt zu einem Kaufpreis von 0,2 Mio. EUR erworben. Da G+D seinen Einfluss auf die Verimi GmbH als nicht maßgeblich einstuft, wird diese Beteiligung als gegenüber sonstige nahestehende Unternehmen eingestuft. Zum 31. Dezember 2018 betrug die Beteiligung lediglich 6,06%.

 

Mit Wirkung zum 4. Mai 2018 hat G+D 12% der Anteile an der IDnow GmbH, München zu einem Kaufpreis von 4,0 Mio. EUR erworben. Da G+D seinen Einfluss auf die IDnow GmbH als nicht maßgeblich einstuft, wird diese Beteiligung als gegenüber sonstige nahestehende Unternehmen eingestuft.

 

Mit Wirkung zum 23. Oktober 2018 ist zusammen mit der Uganda Printing and Publishing Corporation sowie dem Ministerium für Finanzplanung & wirtschaftliche Entwicklung in Uganda das Gemeinschaftsunternehmen Uganda Security Printing Company Ltd. gegründet worden. Uganda Security Printing Company Ltd. produziert Reisepässe und Ausweisdokumente für den nationalen Markt.

 

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 sind weitere Anteile an der finally safe GmbH erworben worden, wodurch G+D die Beherrschung erlangt hat (siehe Anmerkung 24 „Unternehmenszusammenschlüsse“).

 

 

Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

 

Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für wesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, basierend auf ihren nach IFRS erstellten Abschlüssen, und verändert um Anpassungen des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt und Unterschiede bei den Rechnungslegungsmethoden des Konzerns:

 

 

in Mio.EURGemeinschaftsunternehmenAssoziiertes Unternehmen
Shenzhen Giesecke & Devrient
Currency Automation Systems
Co. Ltd.
CI Tech Sensors AGHansol Secure Co., Ltd.
201820172018¹201720182017
Umsatzerlöse 21,6 24,3 30,7 30,1 10,3 10,1
Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 3,7 5,0 (1,5) 1,5 (3,8) 4,7
davon planmäßige Abschreibungen und Amortisationen (0,5) (0,3) - (1,5) (0,2) (0,2)
davon Ertragssteuern (1,4) (1,5) (0,2) (0,2) (1,6) (0,1)
Sonstiges Ergebnis (0,1) (0,7) 0,3 - (0,4) (0,7)
Gesamtergebnis 3,6 4,3 (1,2) 1,5 (4,2) 4,0
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis 1,8 2,2 (0,3) 0,4 (0,7) 0,7
Fortschreibung aus der Kaufpreisallokation (inkl. CTA) - - (0,8) (0,9) (0,2) (0,2)
Zwischengewinneliminierung 0,5 (0,4) - - - -
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis 2,3 1,8 (1,1) (0,5) (0,9) 0,5
Während des Jahres erhaltene Dividenden (2,1) (1,8) (0,4) (0,5) - -
Kurzfristige Vermögenswerte 16,3 18,2 - 15,3 16,4 20,6
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6,5 10,5 - 1,2 1,2 2,0
Langfristige Vermögenswerte 4,0 4,3 - 1,3 2,6 2,9
Kurzfristige Schulden (8,9) (10,5) - (4,5) (1,8) (2,1)
Langfristige Schulden - - - (3,8) - (0,1)
Nettovermögen 11,4 12,0 - 8,3 17,2 21,3
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 5,7 6,0 - 2,1 2,8 3,5
Zwischengewinneliminierung (0,6) (0,1) - - - -
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (inkl. CTA) - - - 2,1 3,1 3,2
Buchwert des Anteils am Beteiligungsunternehmen zum Jahresende 5,1 5,9 - 4,2 5,9 6,7

Nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen

 

Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für den Anteil des Konzerns an nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen, basierend auf den im Konzernabschluss berichteten Beträgen:

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Buchwert der Anteile an nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen 0,2 0,4
Jeweils Anteil am
Gewinn/(Verlust) aus fortzuführenden Geschäftsbereichen (0,2) 0,4
Gesamtergebnis (0,2) 0,4

Nicht wesentliche assoziierte Unternehmen

 

Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für den Anteil des Konzerns an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen, basierend auf den im Konzernabschluss berichteten Beträgen:

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Buchwert der Anteile an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen 1,4 1,6
Jeweils Anteil am
Gewinn/(Verlust) aus fortzuführenden Geschäftsbereichen¹ (0,2) -
Gesamtergebnis (0,2) -

7 Immaterielle Vermögenswerte

 

Die Entwicklung des Goodwills und der anderen immateriellen Vermögenswerte ist wie folgt:

 

 


in Mio. EURKundenstamm/RechteEntwicklungskosten/TechnologieSoftwareGoodwillGesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Januar 2017 42,0 88,9 150,6 56,6 338,1
Zugänge 1,4 10,9 12,4 - 24,7
Umbuchungen 0,1 (1,2) 1,1 - -
Erwerbe durch Unternehmenszusammenschlüsse 1,0 - 0,1 1,1 2,2
Abgänge - - (2,6) - (2,6)
Währungsanpassungen (1,7) (2,3) (1,0) (1,0) (6,0)
31. Dezember 2017 42,8 96,3 160,6 56,7 356,4
1. Januar 2018 42,8 96,3 160,6 56,7 356,4
Zugänge 0,3 16,5 12,4 - 29,2
Umbuchungen 0,5 (4,2) 2,0 - (1,7)
Erwerbe durch Unternehmenszusammenschlüsse 2,3 1,3 - 4,1 7,7
Abgänge (15,6) (2,5) (4,5) - (22,6)
Währungsanpassungen (0,1) 0,1 (0,5) (1,6) (2,1)
31. Dezember 2018 30,2 107,5 170,0 59,2 366,9

Die Zugänge 2018 und 2017 beinhalten selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 22,5 Mio. EUR und 16,7 Mio. EUR.

 

 

in Mio. EURKundenstamm/RechteEntwicklungskosten/TechnologieSoftwareGoodwillGesamt
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2017 37,2 44,5 98,4 - 180,1
Zugänge 1,6 6,8 15,5 - 23,9
Wertminderungsaufwendungen - - 0,2 2,0 2,2
Abgänge - - (2,6) - (2,6)
Währungsanpassungen (1,5) (0,7) (0,7) - (2,9)
31. Dezember 2017 37,3 50,6 110,8 2,0 200,7
1. Januar 2018 37,3 50,6 110,8 2,0 200,7
Zugänge 1,6 8,4 12,8 - 22,8
Umbuchungen 0,5 - (0,5) - -
Zugänge zum Konsolidierungskreis 0,4 - - - 0,4
Wertminderungsaufwendungen - 16,6 - - 16,6
Abgänge (15,6) (2,5) (4,4) - (22,5)
Währungsanpassungen (0,1) (0,1) (0,8) - (1,0)
31. Dezember 2018 24,1 73,0 117,9 2,0 217,0
Buchwert
1. Januar 2017 4,8 44,4 52,2 56,6 158,0
31. Dezember 2017 5,5 45,7 49,8 54,7 155,7
31. Dezember 2018 6,1 34,5 52,1 57,2 149,9

Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Posten der Funktionsbereiche wie folgt ausgewiesen:

 

 

in Mio. EUR20182017
Umsatzkosten 11,6 8,7
Vertriebskosten 0,9 0,8
Forschungs- und Entwicklungskosten 0,2 0,4
Allgemeine Verwaltungskosten 10,1 14,0
22,8 23,9

Für die Geschäftsjahre 2018 und 2017 wurden Wertminderungen in Höhe von 16,6 Mio. EUR bzw. 0,2 Mio. EUR auf aktivierte Entwicklungskosten bzw. Software erfasst. Die Wertminderungsaufwendungen im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 16,6 Mio. EUR wurden in den Umsatzkosten erfasst und resultieren überwiegend aus Restrukturierungsmaßnahmen. Die Wertminderung im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 0,2 Mio. EUR wurde in den allgemeinen Verwaltungskosten erfasst und basiert auf der Einschätzung, dass durch den Ersatz der Software kein Nutzungswert mehr besteht.

 

Entwicklungsleistungen mit einem Buchwert in Höhe von 0,9 Mio. EUR wurden im Geschäftsjahr 2018 von immateriellen Vermögenswerten in zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte umgegliedert. Diese Umgliederung basiert auf einer Managemententscheidung diese Entwicklungsleistungen zu verkaufen. Mit der Suche nach einem Käufer wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2018 aktiv begonnen.

 

Aufgrund der geplanten Standortschließung einer kanadischen Tochtergesellschaft wurde der Goodwill im Geschäftsjahr 2017 in voller Höhe (2,0 Mio. EUR) wertgemindert.

 

Der Goodwill der CI Tech Components AG in Höhe von 14,0 Mio. EUR (im Vorjahr 14,0 Mio. EUR) ist der CGU „Currency Management Solutions“ zugeordnet. Da das Geschäft in der CGU „Currency Management Solutions“ überwiegend in Euro abgewickelt wird, wird dieser Goodwill in Euro bilanziert. Der Goodwill der secunet AG in Höhe von 5,2 Mio. EUR (im Vorjahr 4,0 Mio. EUR) ist der CGU „secunet“ zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2018 gab es einen Anstieg des Goodwills um 1,2 Mio. EUR. Dieser resultiert aus dem im Rahmen eines Share Deals erworbener zusätzlicher Anteile an der ehemals assoziierten Gesellschaft finally safe GmbH. Die Werthaltigkeit dieser Goodwills ist nicht kritisch, sodass Sensitivitätsanalysen diesbezüglich nicht erforderlich sind.

 

Der Goodwill der Veridos Matsoukis S.A. Security Printing in Höhe von 2,1 Mio. EUR (im Vorjahr 2,1 Mio. EUR), der Goodwill der Veridos GmbH in Höhe von 4,4 Mio. EUR (im Vorjahr 4,4 Mio. EUR) sowie der im Rahmen des Erwerbs der E-SEEK Inc. bilanzierte Goodwill in Höhe von 2,6 Mio. EUR werden der CGU „Veridos“ zugerechnet. Aufgrund des immer stärkeren Zusammenwachsens der früher stärker getrennten Hardware- und Solutions-Bereiche zu hoch integrierten Kundenangeboten und einheitlichen Leistungserstellungen wurden die jeweiligen 3S-Geschäfte in die MS-Divisionen reallokiert. Der Goodwill der Giesecke+Devrient Mobile Security Sweden AB in Höhe von 28,5 Mio. EUR (im Vorjahr 29,7 Mio. EUR) wird im Geschäftsbereich „Mobile Security“ auf die Divisionen und damit auf die CGU‘s „Financial Solutions“, „Connectivity & Devices“ und „Cyber Security“ verteilt. Auf Ebene der neuen CGU’s steuert das Management den Goodwill. Die Verteilung des Goodwills in Höhe von 6,9 Mio. EUR (im Vorjahr 7,2 Mio. EUR) auf die CGU „Financial Solutions“, in Höhe von 19,7 Mio. EUR (im Vorjahr 20,5 Mio. EUR) auf die CGU „Connectivity & Devices“ und in Höhe von 1,9 Mio. EUR (im Vorjahr 2,0 Mio. EUR) auf die CGU „Cyber Security“ erfolgt anhand der Barwerte der geplanten Umsatzerlöse. Der im Rahmen des Erwerbs der C.P.S. Technologies S.A.S. bilanzierte Goodwill in Höhe von 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 0,5 Mio. EUR) wird der CGU „Financial Solutions“ zugeordnet.

 

Bei der Durchführung des Werthaltigkeitstests für den Goodwill wird der erzielbare Betrag der CGU auf Basis der Nutzungswerte ermittelt. Der Nutzungswert ist der Barwert der künftigen Cashflows, die aus der CGU abgeleitet werden können. Die Ermittlung der Cashflows basiert seit 2014 einheitlich auf der Fünf-Jahres-Planung von G+D. Die Cashflows der CGU „Veridos“ wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 8,4 % beträgt. Die Cashflows der CGU‘s „Financial Solutions“, „Connectivity & Devices“ und „Cyber Security“ wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 6,6 %, 6,9 % und 7,9 % und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 2,4 % beträgt. Die Cashflows der CGU „Currency Management Solutions“ wurden unter den Planungsprämissen ermittelt, dass die durchschnittliche EBITDA-Marge im Detailplanungszeitraum 9,8 % und die Wachstumsrate in der ewigen Rente 0,0 % beträgt.

 

Zur Abzinsung der Cashflows wurde für die CGU „secunet“ ein Vorsteuerzinssatz in Höhe von 10,5 % für 2018 und 2017 verwendet. Für die CGU „Currency Management Solutions“ erfolgte die Abzinsung unter Verwendung eines Vorsteuerzinssatzes von 10,7 % für 2018 und 2017. Zur Abzinsung der Cashflows wurde für die CGU „Veridos“ ein Vorsteuerzinssatz von 10,3 % für 2018 und 2017 verwendet. Für die CGU‘s „Financial Solutions“, „Connectivity & Devices“ und „Cyber Security“ kam ein Vorsteuerzinssatz in Höhe von 11,4 % für 2018 und 2017 zur Abzinsung der Cashflows zur Anwendung. In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 ergaben sich keine Wertminderungen für die Goodwills.

 

Für den Goodwill der CGU „Veridos“ wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes zum 31. Dezember 2018 ceteris paribus von 10,3 % auf 13,7 % würde dies erstmalig zu einem Wertminderungsaufwand führen. Bei einer Reduzierung des Cashflows für den „Terminal Value“ zum 31. Dezember 2018 ceteris paribus von 21,7 Mio. EUR auf 13,5 Mio. EUR kommt es zu einem Wertminderungsaufwand.

 

Für den Goodwill der CGU‘s „Financial Solutions“, „Connectivity & Devices“ und „Cyber Security“ wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes zum 31. Dezember 2018 ceteris paribus von 11,4 % auf 11,9 % für „Financial Solutions“, von 11,4 % auf 11,8 % für „Connectivity & Devices“ und von 11,4 % auf 12,3 % für „Cyber Security“ würde dies erstmalig zu einem Wertminderungsaufwand führen. Bei einer Reduzierung des Cashflows für den „Terminal Value“ zum 31. Dezember 2018 ceteris paribus von 23,3 Mio. EUR auf 21,5 Mio. EUR für „Financial Solutions“, von 18,5 Mio. EUR auf 17,4 Mio. EUR für „Connectivity & Devices“ und von 8,2 Mio. EUR auf 7,2 Mio. EUR für „Cyber Security“ kommt es zu einem Wertminderungsaufwand.

 

Es bestehen zum 31. Dezember 2018 und 2017 keine immateriellen Vermögenswerte, welche zur Besicherung von finanziellen Schulden dienen (siehe Anmerkung 13 „Finanzielle Schulden“).

 

 

8 Sachanlagen

 

Die Entwicklung der Sachanlagen1 stellt sich wie folgt dar:

 

 


in Mio. EURGrundstücke und Bauten¹Technische Anlagen und Maschinen¹Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung¹Anlagen im BauGesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Januar 2017 451,7 725,9 233,0 12,8 1.423,4
Zugänge 8,4 28,2 22,1 7,8 66,5
Umbuchungen 2,8 39,7 (27,9) (11,2) 3,4
Zugänge zum Konsolidierungskreis 3,6 3,6 0,8 - 8,0
Abgänge (7,3) (14,3) (11,7) - (33,3)
Währungsanpassungen (4,5) (15,3) (5,8) (0,1) (25,7)
31. Dezember 2017 454,7 767,8 210,5 9,3 1.442,3
1. Januar 2018 454,7 767,8 210,5 9,3 1.442,3
Zugänge 4,8 32,0 18,7 15,6 71,1
Umbuchungen (23,0) 10,6 (0,4) (4,6) (17,4)
Zugänge zum Konsolidierungskreis - - 0,1 - 0,1
Abgänge (0,9) (53,5) (21,3) - (75,7)
Währungsanpassungen 0,2 (2,8) 0,1 - (2,5)
31. Dezember 2018 435,8 754,1 207,7 20,3 1.417,9

in Mio. EURGrundstücke und Bauten¹Technische Anlagen und Maschinen¹Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung¹Anlagen im BauGesamt
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2017 225,7 530,1 171,7 - 927,5
Zugänge 11,7 48,4 18,8 - 78,9
Umbuchungen 0,6 22,8 (23,4) - -
Zugänge zum Konsolidierungskreis 1,5 1,6 0,6 - 3,7
Wertminderungsaufwendungen 4,2 1,2 0,5 - 5,9
Abgänge (2,5) (13,8) (11,4) - (27,7)
Währungsanpassungen (2,4) (10,6) (4,2) - (17,2)
31. Dezember 2017 238,8 579,7 152,6 - 971,1
1. Januar 2018 238,8 579,7 152,6 - 971,1
Zugänge 11,6 48,8 19,3 - 79,7
Umbuchungen (17,3) (0,3) (0,7) - (18,3)
Zugänge zum Konsolidierungskreis - - 0,1 - 0,1
Abgänge (0,8) (54,0) (21,1) - (75,9)
Währungsanpassungen - (2,0) 0,1 - (1,9)
31. Dezember 2018 232,3 572,2 150,3 - 954,8
Buchwert
1. Januar 2017 226,0 195,8 61,3 12,8 495,9
31. Dezember 2017 215,9 188,1 57,9 9,3 471,2
31. Dezember 2018 203,5 181,9 57,4 20,3 463,1

In den Berichtsjahren 2018 und 2017 erfasste Giesecke+Devrient Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 0,0 Mio. EUR bzw. 1,9 Mio. EUR in den Umsatzkosten. In dem Bereich Verwaltung ergaben sich im Jahr 2018 Wertminderungen in Höhe von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,1 Mio. EUR). Die erfassten Wertminderungen von Giesecke+Devrient im Jahr 2017 beziehen sich im Wesentlichen auf eine Standortschließung, aufgrund der außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden mussten. Die Wertminderungen bei den Grundstücken, Gebäuden und Maschinen beruhen auf dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert der Immobilien wurde von externen, unabhängigen Immobiliengutachtern bestimmt. In dem gewählten Szenario flossen G+D über die Immobilie keine Einnahmen zu und es wurde angenommen, dass die Immobilie zukünftig auf dem Markt vermietet wird. Dabei wurde die Methode zur Barwertermittlung angewendet und die verwendete Bewertungstechnik als ein beizulegender Zeitwert der Ebene drei eingeordnet. Gerechnet wurde mit einem Abzinsungssatz von 7,0 %.

 

Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert in Höhe von 6,5 Mio. EUR wurden im Geschäftsjahr 2018 von Sachanlagevermögen in zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte umgegliedert. Diese Umgliederung basiert auf einer Managemententscheidung diese Vermögenswerte zu verkaufen. Mit der Suche nach einem Käufer wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2018 aktiv begonnen.

 

Die Buchwerte der Sachanlagen, welche zur Besicherung von finanziellen Schulden dienen (siehe Anmerkung 13 „Finanzielle Schulden“), belaufen sich zum 31. Dezember 2018 auf 9,0 Mio. EUR und zum 31. Dezember 2017 auf 8,4 Mio. EUR.

 

Zum 31. Dezember 2018 und 2017 belaufen sich vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen jeweils auf 24,9 Mio. EUR und 7,6 Mio. EUR.

 

 

9 Leasing

 

Giesecke+Devrient hat Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing („Finance Lease“) für Gebäude und bestimmte Maschinen und Einrichtungen übernommen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verschiedenen Zeitpunkten auslaufen.

 

Zum 31. Dezember 2018 und 2017 beliefen sich die Nettobuchwerte für Gebäude, Maschinen und Einrichtungen im Rahmen des Finanzierungsleasings auf folgende Werte:

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Gebäude - 6,5
Maschinen und Einrichtungen 2,7 0,1
2,7 6,6

Die Abschreibungen auf Sachanlagen im Rahmen des Finanzierungsleasings sind im Abschreibungsaufwand enthalten.

 

Giesecke+Devrient unterhält außerdem verschiedene unkündbare Operating-Leasing-Verhältnisse für Gebäude, Produktionsanlagen, elektronische Datenverarbeitung, Kraftfahrzeuge und sonstige Büroausstattung, die in den nächsten 14 Jahren auslaufen. Die Mietaufwendungen für Operating-Leasing-Verhältnisse in den Jahren 2018 und 2017 beliefen sich auf 29,0 Mio. EUR bzw. 29,6 Mio. EUR.

 

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing-Verhältnissen und die künftigen Mindestleasingzahlungen aus dem Finanzierungsleasing betragen:

 

 


in Mio. EURFinanzierungsleasingOperating-Leasing
Bis zu einem Jahr 0,6 22,8
Länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 2,7 46,7
Länger als fünf Jahre - 14,2
Gesamte Mindestleasingzahlungen 3,3 83,7
Abzüglich des darin enthaltenen Zinsanteils (mit Sätzen bis 10,3 %) (0,4)
Barwert der Netto-Mindestleasingzahlungen für Finanzierungsleasing 2,9

Die Barwerte der Netto-Mindestleasingzahlungen lauten wie folgt:

 

 


in Mio. EURFinanzierungsleasing
Bis zu einem Jahr 0,5
Länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 2,4
Barwert der Netto-Mindestleasingzahlungen für Finanzierungsleasing 2,9

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing-Verhältnissen beinhalten Leasing-Verhältnisse mit nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von 1,1 Mio. EUR.

 

Im Rahmen einer Sale-and-leaseback-Transaktion im Jahr 2017 hat G+D einen Teil seiner Grundstücke und Gebäude zu einem Verkaufspreis in Höhe von 20,7 Mio. EUR an ein nahestehendes Unternehmen veräußert. Diese Veräußerung wurde zum beizulegenden Zeitwert getätigt. Das Grundstück und das Gebäude werden im Rahmen von Operating-Leasing-Verhältnissen zu unterschiedlichen, teils kürzeren Leasingdauern bis zum 31. Dezember 2019 von G+D angemietet. Im Gegenzug wurde die Erstattung eines Teils der Umzugskosten von G+D als variable Leasingzahlung vereinbart. Bezüglich des Gebäudeverkaufs wird auf Anmerkung 8 „Sachanlagen“ und auf Anmerkung 26 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ verwiesen.

 

Bezüglich der Entwicklung der Leasingverbindlichkeiten wird auf Anmerkung 13 „Finanzielle Schulden“ verwiesen.

 

 

10 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber fremden Dritten 371,0 291,2
Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 1,0 0,9
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,2 0,2
Übrige Verbindlichkeiten 1,3 1,4
Erhaltene Anzahlungen/Ertragsabgrenzung - 163,1
373,5 456,8
Langfristig
Erhaltene Anzahlungen/Ertragsabgrenzung - 25,5
- 25,5

11 Rückstellungen

 

 


in Mio. EURGewährleistungenPersonalbezogene KostenLizenz- und PatentverletzungenBelastende VerträgeRestrukturierungSonstige Gesamt
1. Januar 2018 47,5 14,9 3,7 5,6 9,8 25,8 107,3
Zuführungen 18,9 4,7 0,5 6,5 4,7 8,8 44,1
Umbuchungen - 0,1 - - - - 0,1
Zugänge zum Konsolidierungskreis - - - 1,3 - 1,3 2,6
Zinskomponente - 0,1 - - - - 0,1
Inanspruchnahme (4,6) (4,9) (0,2) (4,8) (7,3) (7,6) (29,4)
Auflösungen (11,0) - (2,9) (0,9) (1,3) (9,0) (25,1)
Währungsanpassungen - - - - - (0,1) (0,1)
31. Dezember 2018 50,8 14,9 1,1 7,7 5,9 19,2 99,6
davon kurzfristig 50,8 9,4 1,1 7,7 5,9 13,3 88,2
davon langfristig - 5,5 - - - 5,9 11,4

Die personalbezogenen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläumszahlungen. Der Zinsanteil für Altersteilzeitrückstellungen und für Jubiläumszahlungen ist im Zinsaufwand enthalten.

 

Die Restrukturierungsrückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen in Bezug auf Standortschließungen im Ausland.

 

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für Vertragsstrafen, Quellensteuerverpflichtungen, Rückbauverpflichtungen und Prozesskosten enthalten.

 

 

12 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Personalverpflichtungen und Sozialabgaben 94,9 97,2
Umsatzsteuer und sonstige Steuern 22,2 21,5
Künftige Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen - 3,2
Sonstige Verbindlichkeiten 12,1 11,0
129,2 132,9

13 Finanzielle Schulden

 

Die finanziellen Schulden zum 31. Dezember 2018 und 2017 setzen sich wie folgt zusammen:

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Kurzfristig
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Kontokorrentkreditlinien gegenüber Kreditinstituten 8,1 18,2
Kurzfristiges Darlehen gegenüber MC Familiengesellschaft mbH 15,5 5,4
Kurzfristiges Darlehen von sonstigen Dritten 11,2 11,2
Kurzfristiger Anteil aus Darlehen von sonstigen Dritten 0,3 -
Kurzfristiger Anteil aus Darlehen von Kreditinstituten 19,8 28,5
Kurzfristiger Anteil aus Darlehen der Giesecke + Devrient Stiftung - 3,5
Zinsverbindlichkeiten aus Darlehen von Kreditinstituten 1,9 1,4
Sonstige Finanzielle Schulden - 2,5
Derivative Finanzinstrumente 6,4 4,8
Kurzfristige finanzielle Schulden, gesamt 63,2 75,5
Langfristig
Unbesicherte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Zinssätze 0,81 % bis 3,42 %, fällig bis 30. November 2028 429,9 248,5
Unbesicherte Verbindlichkeiten gegenüber der Giesecke + Devrient Stiftung, Zinssatz 2,52 %, fällig am 1. Dezember 2022 21,0 20,7
Unbesicherte Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Dritten, Zinssatz 2,65 %, unbegrenzte Laufzeit - 2,6
Unbesicherte Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Dritten, Zinssätze 0,18 % bis 1,85 %, fällig bis 31. März 2023 4,2 2,4
Durch Grundschuld besicherte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Zinssatz 1,55 %, fällig am 31. März 2023 9,0 8,4
Gesamt 464,1 282,6
Abzüglich des kurzfristigen Anteils langfristiger finanzieller Schulden (20,1) (32,0)
Langfristige finanzielle Schulden, gesamt 444,0 250,6
Gesamte finanzielle Schulden 507,2 326,1

Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten für die folgenden Jahre betragen:

 

 

in Mio. EUR
2019 63,2
2020 37,5
2021 13,1
2022 138,8
2023 80,1
Folgende Jahre 174,5
507,2

Die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018 und 2017 stellt sich wie folgt dar:

 

 

in Mio. EURLangfristige Kreditverbindlichkeiten
(inkl. kurzfristiger Anteil)
Kurzfristige KreditverbindlichkeitenDerivative FinanzinstrumenteSonstige finanzielle SchuldenSumme finanzielle SchuldenLeasingverbindlichkeiten¹Gesamt
Buchwert 1. Januar 2017 250,3 73,4 6,4 - 330,1 5,9 336,0
Tilgungen der Periode (51,3) (97,2) - - (148,5) (2,6) (151,1)
Neuaufnahme 83,2 61,1 - - 144,3 - 144,3
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungsätigkeit 31,9 (36,1) - - (4,2) (2,6) (6,8)
Unternehmenserwerbe 0,6 - - - 0,6 - 0,6
Sonstige Änderungen - 0,6 - 2,5 3,1 - 3,1
Zeitwertänderungen - - (1,3) - (1,3) - (1,3)
Währungsanpassungen (0,2) (1,7) (0,3) - (2,2) - (2,2)
Buchwert 31. Dezember 2017 282,6 36,2 4,8 2,5 326,1 3,3 329,4
Zeitwert 31. Dezember 2017 281,5 36,2 4,8 2,5 325,0 3,3 328,3
Buchwert 1. Januar 2018 282,6 36,2 4,8 2,5 326,1 3,3 329,4
Tilgungen der Periode (29,3) (18,1) - - (47,4) (3,4) (50,8)
Neuaufnahme 210,6 18,3 - - 228,9 - 228,9
Neue Leasingverträge - - - - - 3,0 3,0
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungsätigkeit 181,3 0,2 - - 181,5 (0,4) 181,1
Sonstige Änderungen - 0,5 - (2,5) (2,0) - (2,0)
Zeitwertänderungen - - 1,6 - 1,6 - 1,6
Währungsanpassungen 0,2 (0,2) - - - - -
Buchwert 31. Dezember 2018 464,1 36,7 6,4 - 507,2 2,9 510,1
Zeitwert 31. Dezember 2018 475,8 36,7 6,4 - 518,9 2,9 521,8

Kreditlinien

 

Giesecke+Devrient stehen weltweit Kreditlinien in Höhe von 830,8 Mio. EUR (im Vorjahr 773,3 Mio. EUR) zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2018 hatte G+D 449,0 Mio. EUR (im Vorjahr 278,4 Mio. EUR) dieser Kreditlinien für Bankgarantien, 8,0 Mio. EUR (im Vorjahr 22,2 Mio. EUR) für Kreditaufträge und 11,2 Mio. EUR (im Vorjahr 11,2 Mio. EUR) gegenüber sonstigen Dritten verwendet. Folglich waren 362,6 Mio. EUR (im Vorjahr 461,5 Mio. EUR) der verfügbaren Kreditlinien zum Bilanzstichtag nicht verwendet.

 

 

14 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

 

Planbeschreibungen

 

Giesecke+Devrient unterhält für eine beträchtliche Anzahl ihrer Mitarbeiter in Deutschland sowie bei wenigen Tochtergesellschaften im Ausland leistungsorientierte Pensionspläne. Diese leistungsorientierten Pläne belasten den Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Währungsrisiko und Zinsrisiko.

 

Die leistungsorientierten Pensionspläne beruhen neben der Anzahl von Dienstjahren auf dem aktuell empfangenen Gehalt oder sind endgehaltsabhängig. Für den wesentlichen Teil der Mitarbeiter, die ab dem 1. Januar 2002 in einem Arbeitsverhältnis zu einem deutschen Konzernunternehmen stehen, beruht der Pensionsplan auf Versorgungsbausteinen, deren Leistungen jährlich um 1 % angepasst werden. Mitarbeitern in deutschen Konzernunternehmen wird daneben das Recht eingeräumt, bestimmte Gehaltsbestandteile für künftige Pensionszahlungen zu verwenden.

 

Der Bewertungsstichtag für die Berechnung des Anwartschaftsbarwertes der wesentlichen Pensionspläne sowie der wesentlichen sonstigen Versorgungsverpflichtungen ist der 31. Dezember.

 

Weiterhin bestehen Zahlungsverpflichtungen für beitragsorientierte staatliche Versorgungspläne in Deutschland sowie im Ausland.

 

Für neu eintretende Mitarbeiter ab 1. Januar 2014 wurde die alte Versorgungsordnung gekündigt. Für ab dem 1. Januar 2014 eintretende Mitarbeiter ist eine extern finanzierte Durchführung der betrieblichen Altersversorgung vorgesehen.

 

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gesamt

 

Die Versorgungsverpflichtungen aus den Pensionsplänen und den ähnlichen Verpflichtungen von Giesecke+Devrient setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Pensionsverpflichtungen 583,6 592,3
Sonstige Versorgungsverpflichtungen 2,1 1,2
Sonstige 0,6 0,5
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 586,3 594,0

Pensionsverpflichtungen und sonstige Versorgungsverpflichtungen

Die Einzelheiten zu den Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes („Defined Benefit Obligation“), dem Zeitwert des Planvermögens und den sonstigen Versorgungsverpflichtungen sind den folgenden Tabellen zu entnehmen:

 

 

in Mio. EURPensionsverpflichtungenSonstige Versorgungsverpflichtungen
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Veränderung des erwarteten Anwartschaftsbarwertes
„Defined Benefit Obligation″ am Jahresanfang 615,2 607,7 1,2 1,5
Wechselkursdifferenzen 0,2 (1,8) - (0,2)
Dienstzeitaufwand 8,6 9,6 0,5 0,2
Zinsaufwand 12,1 11,9 0,1 0,1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,2 (1,1) 0,1 (0,5)
Aus Plankürzungen (0,1) (1,1) - (0,2)
Aus Planänderungen 0,3 - 0,1 (0,3)
Teilnehmerbeiträge 0,1 0,5 0,3 -
Zugänge/(Abgänge) aus Konsolidierungskreisänderungen (0,3) 6,1 - -
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste (14,5) (5,3) - 0,1
Aus demografischen Parameteränderungen 7,5 - - 0,2
Aus finanziellen Parameteränderungen (20,2) (3,2) - (0,1)
Aus erfahrungsbedingten Anpassungen (1,8) (2,1) - (0,1)
Gezahlte Versorgungsleistungen (14,0) (12,4) (0,1) -
„Defined Benefit Obligation″ am Jahresende 607,6 615,2 2,1 1,2
Veränderung des Planvermögens
Zeitwert des Planvermögens am Jahresanfang 22,9 22,9 - -
Wechselkursdifferenzen - (1,1) - -
Tatsächliche Erträge aus dem Planvermögen (ohne erwartete Zinserträge) (0,1) 0,1 - -
Erwartete Zinserträge 0,3 0,5 - -
Zugänge/(Abgänge) aus Konsolidierungskreisänderungen - (0,1) - -
Arbeitgeberbeiträge 1,6 1,4 - -
Teilnehmerbeiträge 0,1 0,2 - -
Gezahlte Versorgungsleistungen (0,8) (1,0) - -
Zeitwert des Planvermögens am Jahresende 24,0 22,9 - -
Bilanzierte Nettoschuld am Jahresende 583,6 592,3 2,1 1,2

Bilanzierte Nettoschuld

 

Die bilanzierte Nettoschuld hat sich in den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2018 und 2017 wie folgt entwickelt:

 

 

in Mio. EURPensionsverpflichtungenSonstige Versorgungsverpflichtungen
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Nettoschuld zum Jahresbeginn592,3584,81,21,5
Dienstzeitaufwand8,69,60,50,2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand0,2(1,1)0,1(0,5)
Aus Plankürzungen(0,1)(1,1)-(0,2)
Aus Planänderungen0,3-0,1(0,3)
Zinsaufwand/(-ertrag)11,811,40,10,1
Zugänge/(Abgänge) aus Konsolidierungskreisänderungen(0,3)6,2--
Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste(14,5)(5,3)-0,1
Aus demografischen Parameteränderungen7,5--0,2
Aus finanziellen Parameteränderungen(20,2)(3,2)-(0,1)
Aus erfahrungsbedingten Anpassungen(1,8)(2,1)-(0,1)
Tatsächliche Erträge aus Planvermögen (ohne erwartete Zinserträge)0,1(0,1)--
Gezahlte Versorgungsleistungen (ohne Planabgeltungen)(13,2)(11,4)(0,1)-
Arbeitgeberbeiträge(1,6)(1,4)--
Teilnehmerbeiträge-0,30,3-
Wechselkursdifferenzen0,2(0,7)-(0,2)
Nettoschuld zum Jahresende583,6592,32,11,2

Planvermögen

 

Das Planvermögen wurde in folgende Anlageklassen investiert (Angaben in % des Planvermögens):

 

 

in % des Planvermögens31.12.201831.12.2017
Rückdeckungsversicherungen 30,6 30,4
Aktien 10,4 9,4
Schuldinstrumente 13,7 15,3
Immobilienfonds 7,7 7,7
Geldmarktfonds 34,4 33,5
Sonstige 3,2 3,7
100,0 100,0

Der Großteil des Planvermögens ist in Geldmarkfonds und Schuldinstrumente sowie für deutsche Gesellschaften in Form von Rückdeckungsversicherungen und Fondsanteilen angelegt. Des Weiteren wird Planvermögen in Aktien und Immobilienfonds angelegt. Die Verwaltung wie auch die Neuanlage wird durch eine festgelegte Anlagepolitik gesteuert, welche die Anlage in hochwertige und diversifizierte Anlageklassen vorsieht.

 

Für das Geschäftsjahr 2019 sind keine Zuführungen zum Planvermögen (im Vorjahr 0,6 Mio. EUR) geplant. Es bestehen keine Mindestdotierungsverpflichtungen.

 

Versicherungsmathematische Annahmen

 

Die bei der Ermittlung der zukünftigen Versorgungsverpflichtungen unterstellten Abzinsungssätze und Prozentsätze der Gehalts- und Pensionsanspruchserhöhungen schwanken entsprechend der Wirtschaftslage der Länder, in denen die Versorgungspläne bestehen. Die gewichteten durchschnittlichen Annahmen für die Berechnung der versicherungsmathematischen Werte lauten (Angaben in %):

 

 

in %PensionsverpflichtungenSonstige Versorgungsverpflichtungen
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Abzinsungssatz/erwartete Rendite aus Planvermögen 2,2 2,0 6,3 2,5
Gehaltssteigerungsrate 2,5 2,5 5,3 2,3
Rentenanpassungsfaktor 1,5 1,4 - -
Sterbetafeln
DeutschlandRT Heubeck 2018 GRT Heubeck 2005 G
Kanada2014 CPM table with mortality improvement scale CPM-B2014 CPM table with mortality improvement scale CPM-B
SchweizBVG2015.GTBVG2015.GT

Die Rate für die langfristige erwartete Verzinsung des Planvermögens entspricht dem Diskontierungszinssatz. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit beträgt bei den Pensionsverpflichtungen 18,3 Jahre (im Vorjahr 18,9) und bei den sonstigen Versorgungsverpflichtungen 4,2 Jahre (im Vorjahr 6,3).

 

Sensitivitätsanalyse

 

Sensitivitätsbetrachtungen der erheblichen versicherungsmathematischen Annahmen zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2017 führten bei den Pensionsverpflichtungen zu den folgenden Ergebnissen:

 

 

Änderung der Defined Benefit Obligation
in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Abzinsungssatz + 50 Basispunkte (46,1) (51,3)
Abzinsungssatz - 50 Basispunkte 57,0 60,4
Rentenanpassungsfaktor + 25 Basispunkte 14,1 14,1
Rentenanpassungsfaktor - 25 Basispunkte (12,5) (13,8)
Erhöhung der Lebenserwartung um 2 Jahre 40,3 41,8

Alle Sensitivitätsberechnungen erfolgten nicht als Szenarien für alle Annahmen gemeinsam, sondern für jede untersuchte Rechnungsannahme isoliert.

 

Aufwand aus beitragsorientierten Versorgungsplänen

 

In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 wurden für staatliche Versorgungspläne 28,3 Mio. EUR und 27,0 Mio. EUR erfasst. 2018 und 2017 wurden Zahlungen in die neu eingeführten beitragsorientierten betrieblichen Versorgungspläne in Höhe von 1,3 Mio. EUR und 0,7 Mio. EUR geleistet.

 

 

15 Umsatzerlöse

 

Die Umsatzerlöse wurden in den folgenden Kategorien erbracht:

 

 

in Mio. EUR20182017
Verkauf von Gütern und Waren 1.857,6 1.825,8
Erbringung von Dienstleistungen 360,6 285,6
Lizenzen 27,8 25,0
2.246,0 2.136,4

In der folgenden Tabelle erfolgt die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Teilkonzernen, Divisionen und Zeitraum der Umsatzrealisierung:

 

 

in Mio. EUR20182017
Currency Technology 1.058,9 1.016,5
Banknote Solutions 576,5 569,0
Currency Management Solutions 482,4 447,5
Mobile Security 867,6 812,3
Veridos 180,2 167,3
secunet 163,3 158,3
Konzernintern (24,0) (18,0)
2.246,0 2.136,4

In der Division Banknote Solutions und in den Teilkonzernen Mobile Security, Veridos und secunet werden die Umsatzerlöse vorwiegend über einen Zeitraum realisiert wohingegen in der Division Currency Management Solutions Umsatzerlöse überwiegend zu einem Zeitpunkt realisiert werden.

 

 

16 Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

 

 

in Mio. EUR20182017
Periodenfremde Erträge 30,5 60,7
Periodenfremde Aufwendungen (3,6) (1,9)
26,9 58,8

Die periodenfremden Erträge umfassen insbesondere Auflösungen von Gewährleistungsrückstellungen die in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden, Auflösungen von sonstigen Rückstellungen die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten sind, sowie Auflösungen von Wertberichtigungen (siehe Anmerkung 3), die in den Vertriebskosten erfasst wurden. In den periodenfremden Aufwendungen sind größtenteils periodenfremde Steueraufwendungen sowie Verluste aus Sachanlagenabgängen die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurden, enthalten.

 

 

17 Sonstiges Finanzergebnis, netto

 

 

in Mio. EUR20182017
Gewinne/(Verluste) aus Handelspapieren, netto(6,2)5,6
Gewinne/(Verluste) aus Währungskurseffekten, netto(2,3)(14,8)
Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten, netto(6,2)(2,4)
(14,7)(11,6)

Die im Ergebnis enthaltene Nettoveränderung in den nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus dem Besitz von Handelspapieren betrug für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017 jeweils -10,4 Mio. EUR und 2,4 Mio. EUR.

 

 

18 Zinsertrag und Zinsaufwand

 

 

in Mio. EUR20182017
Zinsertrag
Kredite und Forderungen-0,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente/kurzfristige Geldanlagen0,90,9
Handelspapiere0,70,7
Zinsderivate-0,1
Forderungen an assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen-0,1
Sonstige0,40,3
2,02,2
Zinsaufwand
Kredite und Forderungen0,70,7
Finanzielle Schulden und Leasingverbindlichkeiten5,75,0
Sonstige Rückstellungen0,10,1
Pensionsrückstellungen11,811,5
Steuerverbindlichkeiten0,30,1
Sonstige0,42,2
19,019,6

Die folgende Tabelle stellt eine Zusammenfassung der Zinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden dar, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind:

 

 

in Mio. EUR20182017
Zinsertrag
Kredite und Forderungen-0,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente/kurzfristige Geldanlagen0,90,9
0,91,1
Zinsaufwand
Kredite und Forderungen0,70,7
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten5,75,0
6,45,7

19 Ertragsteuern

 

Ertragsteueraufwand

 

Der Ertragsteueraufwand für die Geschäftsjahre 2018 und 2017 betrug:

 

 

in Mio. EUR20182017
Laufende Steuern
Ertragsteueraufwand der Periode(32,2)(43,1)
Periodenfremder Ertragsteueraufwand(2,0)(0,6)
(34,2)(43,7)
Latente Steuern
Bruttoaufwand aus der Berücksichtigung von temporären Unterschieden und steuerlichen Verlusten(1,0)(4,4)
Steueraufwand durch Änderung von Steuersätzen und Einführung neuer Steuern(1,1)(0,1)
Änderung Nutzbarkeit Verlustvorträge1,02,4
(1,1)(2,1)
Ertragsteueraufwand, netto(35,3)(45,8)

Im Geschäftsjahr 2018 betrug der Körperschaftsteuersatz des Mutterunternehmens 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5 % der Körperschaftsteuerbelastung. Daraus resultierte ein effektiver Körperschaftsteuersatz von 15,83 %. Die Gewerbesteuer belief sich auf 15,63 %, sodass sich ein Gesamtsteuersatz von 31,46 % ergibt.

 

Überleitungsrechnung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ertragsteueraufwand

 

Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten auf den ausgewiesenen Ertragsteueraufwand gezeigt. Die Berechnung des erwarteten Steueraufwands erfolgt durch Multiplikation des Ergebnisses vor Ertragsteuern mit dem Gesamtsteuersatz von 31,46 % bzw. 31,71 % für die Geschäftsjahre 2018 und 2017.

 

 

in Mio. EUR20182017
Erwarteter Ertragsteueraufwand(26,9)(35,8)
Besteuerungsunterschied zum Ausland3,11,4
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben(4,7)(2,3)
Änderung Steuersatz(1,1)(0,1)
Steuerfreie Erträge2,5(0,8)
Zuführung Berücksichtigung steuerlicher Risiken und Steuerzahlungen/(Steuererstattungen) für Vorjahre(2,8)(0,7)
Änderung Nutzbarkeit Verlustvorträge1,02,4
Quellensteuer(6,1)(8,0)
Sonstige(0,3)(1,9)
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand(35,3)(45,8)

Aktive und passive latente Steuern

 

Die aktiven und passiven latenten Steuern, brutto, entfallen zum 31. Dezember 2018 und 2017 auf folgende Bilanzposten:

 

 

in Mio. EURAktivaPassivaNetto
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Finanzielle Vermögenswerte (8,5) 0,5 (5,8) (7,1) (14,3) (6,6)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto 9,6 5,5 - (0,1) 9,6 5,4
Vertragsvermögenswerte 0,1 - (8,3) - (8,2) -
Vorräte, netto 63,2 21,9 - (0,1) 63,2 21,8
Sonstige Vermögenswerte 1,2 0,5 (20,8) (0,5) (19,6) -
Immaterielle Vermögenswerte 13,6 8,7 (19,2) (15,1) (5,6) (6,4)
Sachanlagen 2,4 1,8 (13,5) (11,9) (11,1) (10,1)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten 0,6 0,9 (34,5) (12,6) (33,9) (11,7)
Vertragsverbindlichkeiten - - (0,8) - (0,8) -
Rückstellungen 22,6 20,5 (2,9) (3,4) 19,7 17,1
Finanzielle Schulden 3,8 2,3 - - 3,8 2,3
Leasingverbindlichkeiten 0,8 0,1 - - 0,8 0,1
Erhaltene Anzahlungen/Ertragsabgrenzung 0,2 0,2 (1,3) - (1,1) 0,2
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 96,0 102,5 - - 96,0 102,5
Sonstige Verbindlichkeiten 0,8 4,0 (1,5) (1,4) (0,7) 2,6
Steuerliche Verlustvorträge 42,5 37,1 - - 42,5 37,1
Aktive/(Passive) latente Steuern, brutto 248,9 206,5 (108,6) (52,2) 140,3 154,3
Saldierung (96,7) (42,9) 96,7 42,9 - -
Aktive/(Passive) latente Steuern, netto 152,2 163,6 (11,9) (9,3) 140,3 154,3

Die im Gewinn/Verlust bzw. sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen der aktiven latenten Steuern, netto, für die Geschäftsjahre 2018 und 2017 sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

 

 

in Mio. EUR20182017
Aktive latente Steuern, netto, zum 1. Januar154,3158,9
Im Gewinn bzw. Verlust erfasste Veränderungen(1,1)(2,1)
Nicht im Gewinn bzw. Verlust erfasste Veränderungen
Zugang zum Konsolidierungskreis(0,6)(0,2)
Erfolgsneutrale Veränderung der aktiven latenten Steuern, netto, wegen der Einführung neuer Rechnungslegungsstandards(7,5)-
Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung der aktiven latenten Steuern, netto, aufgrund aktiver latenter Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste(4,6)(1,2)
Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen der latenten Steuern, aufgrund Fremdwährungsumrechnungen(0,2)(1,1)
Aktive latente Steuern, netto, zum 31. Dezember140,3154,3

Nicht in der Bilanz angesetzte aktive latente Steuern

 

Die Beträge der abzugsfähigen temporären Differenzen und der noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, für welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt:

 

 

in Mio. EUR20182017
BruttobetragSteuereffektBruttobetragSteuereffekt
Abzugsfähige temporäre Differenzen6,21,816,54,0
Nicht genutzte steuerliche Verluste168,343,7197,952,8
174,545,5214,456,8

Die steuerlichen Verlustvorträge, die nicht angesetzt wurden, verfallen wie folgt:

 

 

in Mio. EUR20182017
BruttobetragVerfallsdatumBruttobetragVerfallsdatum
Verfallbar13,42019-20373,12018-2023
Unverfallbar154,9194,8

Daneben wurden aktive latente Steuern in Höhe von 42,5 Mio. EUR und 37,1 Mio. EUR auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 147,0 Mio. EUR und 121,4 Mio. EUR in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 bilanziert.

 

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Ansatzfähigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung von Bewertungsunterschieden und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Zum 31. Dezember 2018 wurden bei den folgenden Gesellschaften wesentliche aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge bilanziert: Giesecke+Devrient GmbH, München, 37,5 Mio. EUR, Giesecke+Devrient Mobile Security Sweden AB, Stockholm, 2,7 Mio. EUR und Giesecke+Devrient Mobile Security Iberia S.A., Barcelona, 1,1 Mio. EUR. Die erwarteten zu versteuernden Gewinne werden auf Basis der Fünf-Jahres-Planung von den jeweiligen Gesellschaften angesetzt. Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit und der zu erwartenden steuerlichen Einkommenssituation wird in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 davon ausgegangen, dass für die Beträge in Höhe von 174,5 Mio. EUR bzw. 214,4 Mio. EUR entsprechende Vorteile aus den aktiven latenten Steuern wahrscheinlich nicht realisiert werden können. Entsprechend sind keine aktiven latenten Steuern dafür angesetzt worden.

 

Ertragsteuern auf Ausschüttungen

 

Für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2018 und 2017 bildet G+D nur für solche thesaurierten Gewinne von Tochtergesellschaften passive latente Steuern, die tatsächlich zur Ausschüttung vorgesehen sind. Zudem wurden latente Steuern für alle zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bilanziert. Zum 31. Dezember 2018 bzw. 2017 beliefen sich diese Verpflichtungen auf insgesamt 0,2 Mio. EUR bzw. 0,0 Mio. EUR.

 

Die temporären Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, belaufen sich zum 31. Dezember 2018 bzw. 2017 auf Beträge in Höhe von 3,7 Mio. EUR bzw. 0,0 Mio. EUR.

 

 

20 Eigenkapital

 

Der Nominalwert der eigenen Anteile betrug zum 31. Dezember 2018 und 2017 jeweils 4,3 Mio. EUR.

 

Die freien Rücklagen betrugen zum 31. Dezember 2018 und 2017 jeweils 410,7 Mio. EUR und 363,1 Mio. EUR.

 

Giesecke+Devrient verfolgt in Bezug auf ihr Kapitalmanagement insbesondere das Ziel, die Unternehmensfortführung sicherzustellen sowie für die Gesellschafter Nutzen, z. B. in Form von Ausschüttungen, zu erwirtschaften. Zum 31. Dezember 2018 bzw. 2017 betrug die Eigenkapitalquote 19,7 % bzw. 20,6 %. G+D unterliegt keinen externen Mindestkapitalanforderungen.

 

 

21 Finanzinstrumente

 

IFRS 9 Finanzinstrumente ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. G+D wendet IFRS 9 erstmals für das am 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahr 2018 an.

 

Die nachfolgende Tabelle sowie die begleitenden Angaben erläutern die ursprüngliche Bewertungskategorie gem. IAS 39 und die neue Bewertungskategorie gem. IFRS 9 zum 1. Januar 2018 für jede vom Konzern gebildete Klasse von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Die folgende Tabelle stellt auch die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente von G+D dar. Dabei wird der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments als reiner „Exit-Price“ verstanden. Dies ist der Preis, der im Rahmen einer auf einem definierten Markt vorgenommenen Transaktion für einen Vermögenswert erzielbar wäre beziehungsweise für eine Schuld bezahlt werden müsste.

 

Die Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 auf die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2018 resultieren ausschließlich aus den neuen Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen.

 

Die Tabelle enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.

 

 

in Mio. EURIAS 39IFRS 9IAS 39GewinnrücklagenIFRS 9
AngabeUrsprüngliche
Bewertungs-
kategorie
Neue
Bewertungs-
kategorie
Ursprünglicher Buchwert 31.12.2017Ursprünglicher Zeitwert 31.12.2017NeubewertungLatente
Steuern
Neuer Buchwert 01.01.2018Buchwert 31.12.2018Zeitwert 31.12.2018
Finanzielle Vermögenswerte
Kredite und Forderungen¹(a) Kredite und
Forderungen
Fortgeführte
Anschaffungskosten
468,4 - (1,3) (0,5)467,1 489,2 -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte²
Derivative finanzielle Vermögenswerte Zu Handelszwecken
gehalten
zwingend zum FVTPL4,64,64,6 5,4 5,4
Handelspapiere(b) Zu Handelszwecken
gehalten
zwingend zum FVTPL72,672,672,6 61,9 61,9
Summe 77,277,2 67,3
Wertpapieranlagen(c) Zur Veräußerung
verfügbar
designiert
FVTPL
11,011,011,0 12,0 12,0
Sonderklassen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente³(a) Kredite und
Forderungen
Fortgeführte
Anschaffungskosten
210,7 - 210,7 429,3 -
Kurzfristige Geldanlagen(a) Kredite und
Forderungen
Fortgeführte
Anschaffungskosten
0,8 - 0,8 0,9 -
Vertragsvermögenswerte⁴ N/A N/A0,6 - 113,2 147,0 -
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Zu Handelszwecken
gehalten
zwingend zum
FVTPL
0,20,20,2 7,4 7,4
Summe finanzielle Vermögenswerte 768,9 (1,3) (0,5) 880,2 1.153,1

a. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und kurzfristige Geldanlagen, die nach IAS 39 als Kredite und Forderungen klassifiziert wurden, werden nun zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. Eine Erhöhung der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,3 Mio. EUR wurde zum 1. Januar 2018 mit Übergang auf IFRS 9 in den Gewinnrücklagen erfasst.

 

b. Gemäß IAS 39 wurden diese Eigenkapitalinvestments als FVTPL designiert, da sie anhand der beizulegenden Zeitwerte gesteuert wurden und ihre Wertentwicklung auf dieser Basis überwacht wurde. Diese Vermögenswerte wurden gemäß IFRS 9 als verpflichtend zum FVTPL bewertet klassifiziert.

 

c. Die nach IAS 39 als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Wertpapiere werden von der Treasury-Einheit des Konzerns in einem separaten Portfolio zur Erzielung von Zinserträgen gehalten, können aber zur Erfüllung der im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs anfallenden Liquiditätsanforderungen verkauft werden. Gemäß IAS 39 wurden diese Wertpapieranlagen als FVTPL designiert, da sie anhand der beizulegenden Zeitwerte gesteuert wurden und ihre Wertentwicklung auf dieser Basis überwacht wurde. Diese Vermögenswerte werden aus diesem Grund auch gemäß IFRS 9 als zum FVTPL bewertet klassifiziert.

 

 

in Mio. EURIAS 39IFRS 9IAS 39IFRS 9
Ursprüngliche Bewertungs-
kategorie
Neue Bewertungs-
kategorie
Ursprünglicher Buchwert 31.12.2017Ursprünglicher Zeitwert 31.12.2017Neuer
Buchwert 01.01.2018
Buchwert 31.12.2018Zeitwert 31.12.2018
Finanzielle Schulden
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzielle Schulden Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
318,8 320,2 318,8 500,8 502,2
Vertragsverbindlichkeiten¹ N/A N/A 3,1 - 125,4 246,2 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
293,7 - 293,7 373,5 -
Summe 615,6 737,9 1.120,5
Derivative finanzielle Schulden Beizulegender Zeitwert – Sicherungsinstrument Beizulegender Zeitwert – Sicherungsinstrument 4,8 4,8 4,8 6,4 6,4
Sonstige finanzielle Schulden Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
2,5 2,5 2,5 - -
Sonderklasse
Leasingverbindlichkeiten Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3,4 3,4 3,4 2,9 -
Summe finanzielle Schulden 626,3 748,6 1.129,8

Der Zeitwert von Devisenterminkontrakten basiert auf Mark-to-Market, da ähnliche Verträge auf einem aktiven Markt gehandelt werden. In dem Geschäftsjahr 2017 kam es zu einer Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwertes in Höhe von -1,2 Mio. EUR. Der beizulegende Zeitwert von –1,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2017 wurde unter den kurzfristigen finanziellen Schulden ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2018 und 2017 sind diese derivativen Finanzinstrumente zu Marktwerten in der Bilanz unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten mit 5,4 Mio. EUR bzw. 4,6 Mio. EUR und unter den kurzfristigen finanziellen Schulden mit 6,4 Mio. EUR bzw. 4,8 Mio. EUR ausgewiesen.

 

Die Nominalvolumina der von Giesecke+Devrient in fremder Währung abgeschlossenen Devisentermingeschäfte zum 31. Dezember 2018 betragen:

 

 

in Mio. FremdwährungseinheitenEinkaufskontrakteVerkaufskontrakte
US-Dollar41,6119,5
Australischer Dollar2,2-
Britisches Pfund4,22,4
Japanischer Yen-108,3
Hongkong Dollar-55,6
Schwedische Krone-91,4

Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente:

 

Flüssige Mittel, kurzfristige Geldanlagen sowie jeweils der kurzfristige Anteil aus Forderungen, sonstigen Vermögenswerten, Ausleihungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnlichen Verbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten

Die Buchwerte werden wegen des relativ kurzen Zeitraums zwischen Entstehung und erwarteter Realisierung als Zeitwert betrachtet.

 

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente:

 

Die Zeitwerte nicht derivativer Finanzinstrumente werden für die einzelnen Klassen wie folgt festgelegt:

 

Wertpapiere

Anleihen und Aktienwerte werden zum Zeitwert geführt, der auf den Kursnotierungen am Bilanzstichtag beruht.

 

Beteiligungen

Sofern sich ein Zeitwert nicht ohne weiteres ermitteln lässt, werden Beteiligungen zu Anschaffungskosten ausgewiesen („andere nahestehende Unternehmen“). Beteiligungen an anderen nahestehenden Unternehmen werden unter Anwendung der „Fair Value-Option“ bilanziert.

 

Langfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden sowie Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing

Der Zeitwert wird auf Basis der fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermittelt, indem die erwarteten künftigen Zahlungsströme mit den am Bilanzstichtag für ähnliche Fälligkeiten und Kontrakte vorherrschenden Anleihesätzen abgezinst werden.

 

Am 31. Dezember 2018 und 2017 ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Zeitwerten und den Buchwerten der langfristigen finanziellen Vermögenswerte.

 

Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen ergaben sich in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 nur für finanzielle Vermögenswerte der Klasse „Kredite und Forderungen“.

 

 

in Mio. EUR20182017
Wertminderungsaufwendungen(4,0)(6,5)
Wertaufholungen9,42,3
5,4(4,2)

Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden je Bewertungskategorie betragen:

 

 

in Mio. EUR20182017
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte6,8(10,4)
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden(8,9)1,9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden(0,7)3,9
(2,8)(4,6)

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten Ergebnisse aus Wertminderungen, Zuschreibungen und Währungsumrechnungseffekten.

 

Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden beinhalten Ergebnisse aus Marktwertänderungen und Ausgleichszahlungen dieser Finanzinstrumente.

 

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Schulden beinhalten Ergebnisse aus Währungsumrechnungseffekten.

 

Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes von Finanzinstrumenten

 

In der unten stehenden Tabelle werden die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten den Ebenen laut IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“ zugeordnet. Dabei wird die „Fair Value“-Bewertungsmethode eines Finanzinstrumentes als Ganzes jener Ebene zugeordnet, deren Faktoren wesentlich für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes ist. In Ebene 1 wird der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente im Wesentlichen durch Heranziehen notierter Preise an aktiven Märkten für gleiche finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Ebene 2 erfolgt durch Marktvergleichsverfahren, die auf beobachtbaren Marktdaten für ähnliche finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden basieren. Die Ermittlung beizulegender Zeitwerte der Ebene 3 basiert im Wesentlichen auf nicht beobachtbaren Marktdaten. 2018 ermittelte Giesecke+Devrient die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten auf Basis von Ebene 1, Ebene 2 und Ebene 3. Die „Fair Value“-Bewertungsmethode der Ebene 3 kam 2017 nur für die Bewertung der Call- bzw. Put-Option an den Anteilen der CI Tech Sensors AG zum Einsatz. 2018 und 2017 fanden keine wesentlichen Umgliederungen zwischen den Ebenen statt.

 

Einteilung der „Fair Value“-Bewertungen der Klassen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden zum 31. Dezember 2018 auf die Ebenen nach IFRS 13:

Klassen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden
in Mio. EURDavon „Fair Value“-Bewertung zum Berichtszeitpunkt auf
31.12.2018Ebene 1Ebene 2Ebene 3
Finanzielle Vermögenswerte
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente5,4 - 5,4 -
Handelspapiere61,961,9 - -
Wertpapieranlagen12,012,0 - -
Finanzielle Schulden
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Schulden
Derivative Finanzinstrumente6,4 - 6,4-
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzielle Schulden502,2 - 502,2 -
Sonderklasse
Leasingverbindlichkeiten2,9 - 2,9 -

Einteilung der „Fair Value“-Bewertungen der Klassen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden zum 31. Dezember 2017 auf die Ebenen nach IFRS 13:

 

 

Klassen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden
in Mio. EURDavon „Fair Value“-Bewertung zum Berichtszeitpunkt auf
31.12.2017Ebene 1Ebene 2Ebene 3
Finanzielle Vermögenswerte
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente 4,6 - 4,6 -
Handelspapiere 72,6 72,6 - -
Wertpapieranlagen 11,0 11,0 - -
Finanzielle Schulden
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Schulden
Derivative Finanzinstrumente 4,8 - 3,0 1,8
Sonstige finanzielle Schulden2,5-2,5-
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzielle Schulden 320,2 - 320,2 -
Sonderklasse
Leasingverbindlichkeiten 3,4 - 3,4 -

22 Finanzwirtschaftliche Risiken

 

Giesecke+Devrient ist dem klassischen Liquiditätsrisiko, dem Kontrahentenausfallrisiko sowie dem Marktrisiko durch die Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken durch die Erhöhung von Rohstoffpreisen (insbesondere Halbleiter und Baumwolle). Diese Risiken können sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken. Der Konzern steuert diese Risiken im Rahmen seiner laufenden Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten. Finanzwirtschaftliche Risiken für die operativen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage schriftlicher Richtlinien zentral durch die Giesecke+Devrient GmbH erfasst und weitgehend auch dort abgesichert. Die finanzwirtschaftliche Risiken sind darüber hinaus ein Bestandteil des monatlichen Risikoreportings an die Geschäftsführung sowie Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an Aufsichtsrat und Beirat.

 

Bei Bedarf werden im Fremdwährungs- und Zinsbereich derivative Finanzinstrumente für die Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt. In Übereinstimmung mit den für internationale Banken geltenden Standards zum Risikomanagement unterliegen alle Handelsaktivitäten einer vom Zentralbereich Treasury unabhängigen Finanzkontrolle.

 

Risikomessverfahren

 

Eine Überwachung mittels Sensitivitätsanalysen für Risikopositionen (Währungs-, Zins-, Geldanlage- und Beschaffungsrisiken) wird regelmäßig durchgeführt. Die Risikokennzahl Modified Duration wird für den Bereich Zinsrisiken bei Rentenanlagen verwendet. Diese Kennzahl gibt an, um wie viel Prozent der Kurs des Rentenpapiers schwankt, wenn sich das Marktzinsniveau um einen Prozentpunkt ändert. Die Risikokennzahl Value-at-Risk wird für Anlagen in Aktien angewandt. Hierbei wird der maximale Verlust einer bestimmten Risikoposition bei einer gegebenen Wahrscheinlichkeit von 95%, einer Haltedauer von 10 Tagen sowie eines zurückliegenden Beobachtungszeitraums von 52 Wochen angegeben. Für die Berechnung der Volatilität und Korrelation werden implizierte Zahlen verwendet, die aus der jeweiligen Aktien-/Rentenstruktur (Zinsstruktur) dynamisch berechnet werden.

 

Liquiditätsrisiko

 

Die Sicherstellung der Liquidität hat oberste Priorität und wird durch Vorhalten einer der Unternehmensgröße angemessenen verfügbaren Liquiditätsreserve umgesetzt. Darunter werden ausreichende Barmittel sowie nicht ausgenutzte Kreditlinien bei Banken verstanden. Ergänzend dazu werden entsprechende Finanzinstrumente wie eine Jahresplanung für alle Konzerngesellschaften sowie eine kurzfristige Liquiditätsplanung für alle wesentlichen Konzerngesellschaften eingesetzt. Ergänzt werden diese Planungsinstrumente noch um ein vertraglich geregeltes zentrales Cash-Management, in das die wesentlichen in- und ausländischen Konzerngesellschaften eingebunden sind.

 

Neben ausreichenden Barmitteln stehen dem Konzern zum 31. Dezember 2018 Barkreditlinien zur Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsausstattung für Schwankungen im operativen Geschäft in Höhe von 223,2 Mio. EUR zur Verfügung (im Vorjahr 225,7 Mio. EUR). Kreditgeber sind erstklassige Geschäftsbanken. Zum 31. Dezember 2018 wurden von der verfügbaren Kreditlinie 8,0 Mio. EUR in Anspruch genommen (Vorjahr 18,3 Mio. EUR). Im Mittelpunkt steht dabei eine durch ein Bankenkonsortium der Giesecke+Devrient GmbH zur Verfügung gestellte langfristige Konsortial-Kreditlinie in Höhe von 180,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Mai 2022. Zum 31. Dezember 2018 wurde diese ebenso wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Des Weiteren bestehen zum 31. Dezember 2018 Kreditlinien gegenüber sonstigen Dritten in Höhe von 11,2 Mio. EUR (im Vorjahr 11,2 Mio. EUR), die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 analog zum Vorjahr in voller Höhe in Anspruch genommen worden sind.

 

Im G+D-Konzern werden darüber hinaus Wertpapiere mit einem Buch- und Marktwert von 72,1 Mio. EUR (im Vorjahr 81,9 Mio. EUR) gehalten. Davon entfallen 10,2 Mio. EUR auf die Rückdeckung von Altersteilzeit-Ansprüchen. Abgesehen von diesem Anteil ist der größte Teil der Wertpapiere innerhalb von drei Monaten liquidierbar. Des Weiteren bestehen Geldanlagen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten in Höhe von 0,9 Mio. EUR (im Vorjahr 0,8 Mio. EUR). Die nachfolgenden Tabellen zeigen die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert der G+D-Gruppe:

 

 

Angaben zum Liquiditätsrisiko zum 31. Dezember 2018
in Mio. EURBuchwertBruttoabflüssebis zu 1 Jahr1 - 2 Jahre2 - 3 Jahre3 - 4 Jahre4 - 5 Jahreüber 5 Jahre
TilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsen
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzielle Schulden und Leasingverbindlichkeiten 877,0912,0428,78,437,95,913,57,1139,25,881,23,1174,56,7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente6,46,46,4 - - - - - - - - - - -
Gesamt883,4918,4435,18,437,95,913,57,1139,25,881,23,1174,56,7
Angaben zum Liquiditätsrisiko zum 31. Dezember 2017
in Mio. EURBuchwertBruttoabflüssebis zu 1 Jahr1 - 2 Jahre2 - 3 Jahre3 - 4 Jahre4 - 5 Jahreüber 5 Jahre
TilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsenTilgungZinsen
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzielle Schulden und Leasingverbindlichkeiten 615,8 641,6 363,8 14,0 25,6 3,7 35,3 3,1 11,3 2,4 133,4 2,3 45,0 1,8
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente 4,8 4,8 4,8 - - - - - - - - - - -
Gesamt 620,6 646,4 368,6 14,0 25,6 3,7 35,3 3,1 11,3 2,4 133,4 2,3 45,0 1,8

Einbezogen wurden alle Finanzinstrumente, die am 31. Dezember 2018 bzw. 2017 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Es wurden keine Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten einbezogen. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2018 bzw. 2017 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

 

Ausfallrisiko

 

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnet Giesecke+Devrient durch ein internes Bewertungsverfahren der Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden. Auf Basis des ermittelten Ratings erfolgt eine Einteilung in die Bonitätsklassen A bis C. Risikobehaftete Positionen sind streng limitiert und mit den Kunden vereinbarte Zahlungsbedingungen werden zeitnah überwacht. Bei nicht ausreichender Kundenbonität werden, soweit durchsetzbar, zahlungssichernde Maßnahmen wie bestätigte und unbestätigte Akkreditive zur Minimierung des Ausfallrisikos gefordert. In Erfüllung der Berichtspflichten nach IFRS 9 führen wir aus, dass bei ausgereichten Krediten und Forderungen an Kunden das maximale Ausfallrisiko dem Buchwert dieser finanziellen Vermögenswerte entspricht.

 

Marktrisiken

 

A Währungsrisiko

Durch seine internationale Ausrichtung hat Giesecke+Devrient sowohl im Import als auch im Export Lieferungs- und Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen. Dem Fremdwährungsrisiko wird einerseits durch weltweite Produktionsstandorte und andererseits durch das auf Konzernebene vorgenommene Netting von Importen und Exporten in der entsprechenden Fremdwährung begegnet. Beim Netting werden die jeweiligen Währungsrisiken bzw. -verpflichtungen (fest kontrahierte Aufträge und Bestellungen) für das Gesamtunternehmen zentral erfasst, gegenübergestellt und so weit als möglich aufgerechnet. Der verbleibende stichtagsbedingte Saldo aus dem operativen Bereich sowie aus Finanzierungsaktivitäten in der Unternehmensgruppe wird fortlaufend in vollem Umfang mit geeigneten Finanzinstrumenten, ausschließlich mit Devisentermin-, Swapgeschäfte und Bandbreitenoptionen, abgesichert. Bei der Hauptfremdwährung US-Dollar gleichen sich Exporte und Importe auf Jahressicht betrachtet nahezu aus. Deshalb wird seit dem Geschäftsjahr 2011 das US-Dollar-Risiko basierend auf der Grundlage einer rollierenden fristenberücksichtigenden zwölfmonatigen Cashflow-Planung ermittelt. Eine Absicherung würde nur dann erfolgen, wenn bestimmte Nettoschwellenwerte überschritten werden. Unterjährige Abweichungen zwischen der Import- und der Exportseite werden durch Devisenswaps ausgeglichen. Darüber hinaus werden Verträge mit einem Volumen > 10 Mio. USD nach wie vor einzeln über Devisentermingeschäfte abgesichert und als Fair-Value-Hedge bilanziert.

 

Das bei den ausländischen Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone gebundene Nettovermögen sowie die Umrechnungsrisiken, bezogen auf die Umsätze und Ergebnisse dieser Unternehmen, werden grundsätzlich nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert (Translationsrisiko).

 

Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2018 bestehen folgende wesentliche Nettorisiken in Fremdwährung (Nettoexposure bzw. Wert der Finanzderivate > 5,0 Mio. EUR):

 

 

Nettowährungsexposure 31. Dezember 2018
Fremdwährungsrisiko in Mio. EURAUDCADGBPHKDINRRMBSEKUSD
2018201720182017201820172018201720182017201820172018201720182017
Netto-Exposure5,6 (3,9)(11,6)(19,1)(1,1)(4,3)6,2 8,5 3,3 15,8 18,4 3,3 3,8 (34,0)(0,6)
Firm Comittment(41,7)(19,0)
Finanzderivate(1,4)(15,8)(2,0)(5,2)6,2 8,9 3,7 68,0 15,9

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sind in den Netto-Risiken enthalten. Die Bewertungseffekte aus der Stichtagsbewertung fließen in die Konzern Gewinn- und -Verlustrechnung ein und werden nicht eliminiert.

 

Mittels Sensitivitätsanalysen wird ermittelt, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital des Unternehmens zum Bilanzstichtag hätten. Dabei werden nur die wesentlichen Währungen betrachtet.

 

Es ergeben sich folgende Auswirkungen auf das Eigenkapital sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (ohne Berücksichtigung von Steuereffekten), unter der Annahme, dass der Euro gegenüber den genannten Währungen zum 31. Dezember 2018 bzw. 31. Dezember 2017 um 10 % aufwerten bzw. abwerten würde. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben dabei unberücksichtigt.

 

Bei den originären Finanzinstrumenten gibt es nur bei zwei Währungen Auswirkungen von über 2,0 Mio. EUR auf das Eigenkapital sowie die Gewinn- und Verlustrechnung.

 

 

Originäre Finanzinstrumente 31. Dezember 2018 (Auswirkungen > EUR 2 Mio.)
Auswirkungen in Mio. EUREigenkapitalGewinn/Verlust
2018201720182017
-10%+10%-10%+10%-10%+10%-10%+10%
USD3,4(3,4)0,1(0,1)3,4(3,4)0,1(0,1)

Bei den derivativen Finanzinstrumenten gibt es bei folgenden Währungen entsprechende Auswirkungen auf das Eigenkapital sowie die Gewinn- und Verlustrechnung von über 2,0 Mio. EUR.

 

 

Derivative Finanzinstrumente 31. Dezember 2018 (Auswirkungen > EUR 2 Mio.)
Auswirkungen in Mio. EUREigenkapitalGewinn/Verlust
2018201720182017
-10%+10%-10%+10%-10%+10%-10%+10%
USD 6,2 (7,6) 1,4 (1,8) 6,2 (7,6) 1,4 (1,8)

Für bestimmte wesentliche, auf Fremdwährung lautende schwebende Geschäfte der operativen Bereiche des Unternehmens wird „Hedge Accounting“ angewandt. Das Unternehmen verwendet insbesondere Devisentermingeschäfte, um das Risiko von Schwankungen künftiger Zahlungsströme aus diesen schwebenden Geschäften zu begrenzen. Dieser Ansatz bezieht sich auf Großaufträge in Fremdwährung im Gegenwert von mehr als 10 Mio. USD.

 

Seit dem Geschäftsjahr 2009 werden schwebende Geschäfte mit Hilfe von Devisentermingeschäften abgesichert, die als „Foreign Currency Fair Value Hedges“ künftiger Verkäufe klassifiziert werden. Die Veränderungen der Marktwerte dieser Geschäfte werden im Finanzergebnis erfasst. Ebenso werden auch die Veränderungen der Derivate im Finanzergebnis erfasst. Dabei ergeben sich Bewertungseffekte auf die Sicherungsinstrumente von –4,8 Mio. EUR und 4,7 Mio. EUR und auf die Grundgeschäfte („Firm Commitment“) von 4,8 Mio. EUR und –4,7 Mio. EUR für die Geschäftsjahre 2018 bzw. 2017. Der Marktwert der Sicherungsinstrumente beträgt zum 31. Dezember 2018 –4,8 Mio. EUR.

 

Fair Value Hedges finden Anwendung für größere bei Giesecke+Devrient üblicherweise auf USD lautende Einzelgeschäfte. Als Betragsgrenze wurde hierzu ein Volumen größer 10 Mio. USD für das Grundgeschäft definiert. Diese Einzelkontrakte werden grundsätzlich durch ein Devisentermingeschäft mit einem dafür zugelassenen und genehmigten externen Kontrahenten vollständig auf die jeweiligen Zahlungstermine hin abgesichert (Mikro-Hedge). Das Risiko für G+D besteht darin, dass sich vom Zeitpunkt des Zustandekommens des Grundgeschäftes bis zum Zahlungstermin hin der Kontraktbetrag in Fremdwährung gegen den EURO negativ verändern kann. Durch diese Absicherungstechnik wird dieses Transaktionsrisko grundsätzlich ausgeschaltet. Um zu vermeiden, dass die G+V bei diesen Einzelgeschäften größeren Ergebnisschwankungen durch die Bewertung des Vermögenswertes ausgesetzt ist, muss in diesen Fällen Hedge-Accounting in Form des Fair Value Hedge abgebildet sowie die dazu notwendige Dokumentation geschaffen werden.

 

Die Effektivität des so gebildeten Fair Value Hedges wird durch monatliches Monitoring des Auftrags und Abstimmen des Grundgeschäftes mit dem Auftraggeber des Hedges überprüft (hedging instrument`s effectiveness). Zur Effektivitätsmessung wird die Dollar-Offset-Methode herangezogen. Hierbei wird die Relation der Veränderungen der Werte Hedge und Firm Committment bei Bewertung mit Stichtagskurs gegen Erfassungskurs Firm Committment bzw. Sicherungskurs Hedge gestellt. Die Relation dieser Werte soll in der Bandbreite von 80% bis 125% bleiben.

 

Sollte es Abweichungen durch z.B. Stornierungen/Erhöhungen bzw. Zeitverschiebungen geben, wird zeitnah das Devisentermingeschäft an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.

 

Nachfolgend die bilanzielle Darstellung von Grund- und Sicherungsgeschäften zum 31. Dezember 2018:

 

 

Fälligkeit und durchschnittlicher Sicherungskurs (USD)
Fälligkeit
Fremdwährungsrisiko< 1 Jahr> 1 Jahr
Devisenterminkontrakte
Nettobetrag (in Mio. EUR)13,123,5
Durchschnittskurs der Terminkontrakte1,411,32
Buchwert der Grundgeschäfte
in Mio. EUR2018
BuchwertKumulierter Betrag sicherungsbedingter Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts, der im Buchwert des bilanzierten Grundgeschäfts enthalten ist Bilanzposten, in dem das gesicherte Grundgeschäft enthalten ist Wertänderung des gesicherten Grundgeschäfts, die als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Absicherung für die Periode herangezogen wird
AktivaPassivaAktivaPassiva
Grundgeschäft59,824,54,60,2Finanzielle Vermögenswerte4,8
Buchwert der Sicherungsgeschäfte
in EUR2018
Nominal BetragBuchwertBilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument enthalten ist Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments, die als Grundlage für die Erfassung einer Unwirksamkeit der Absicherung für die Berichtsperiode herangezogen wirdErfolgswirksam erfasste Unwirksamkeit der AbsicherungPosten in der Gesamtergebnisrechnung, in dem die erfasste Unwirksamkeit der Absicherung enthalten ist
AktivaPassiva
Sicherungsinstrumente36,80,04,8Finanzielle Vermögenswerte–4,80,0N/A
B Zinsrisiko

Die Finanzierung des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen über Bankkredite mit festen und variablen Zinssätzen bis zum jeweiligen Laufzeitende. Im Gegensatz dazu unterliegt der größte Teil der zinssensitiven finanziellen Vermögenswerte einer variablen Zinsbindung. Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird hierbei nicht betrachtet. Marktzinsänderungen führen deshalb zu Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital des Unternehmens. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 liegen folgende Werte vor:

 

 

Zinsrisiko Finanzinstrumente 31. Dezember 2018
in Mio. EUREffektivzinsGesamtbetragbis zu 1 Jahr1 bis 2 Jahre2 bis 5 Jahremehr als 5 Jahre
201820172018201720182017201820172018201720182017
Festverzinsliche Finanzinstrumente
Finanzielle Schulden (kurz- und langfristig) und Leasingverbindlichkeiten 1,4 2,0 493,7 269,8 47,3 66,4 37,9 161,6 234,0 38,8 174,5 3,0
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente
Finanzielle Schulden 5,7 3,0 8,1 59,0 8,1 59,0 - - - - - -

In regelmäßigen Abständen wird das Zinsänderungsrisiko erfasst und im Rahmen des Risikoreportings gemeldet. Es wurden in der Vergangenheit derivative Finanzinstrumente in der Form eines Zinsswaps zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos für ein variabel verzinsliches langfristiges Darlehen eingesetzt. In diesem Fall wurden im April 2012 alle Vermögenswerte und Schulden der MC Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG in die Giesecke+Devrient GmbH eingebracht. Im Rahmen dieser Einbringung wurde ein variabel verzinsliches Darlehen in Höhe von 46,4 Mio. EUR sowie der dazugehörige Zinsswap übernommen. Das Darlehen wurde vierteljährlich linear getilgt. Die letzte Tilgungsrate erfolgte am 31. Dezember 2018. Mittels eines Zinsswaps wurde der variable Zins in einen fixen Zinssatz von 3,15 % geswapt. Im Einbringungszeitpunkt wurde zwischen dem Darlehen und dem Zinsswap ein Sicherungszusammenhang designiert und seitdem in Form eines „Cash Flow Hedges“ bilanziert. Der „Cash Flow Hedge“ war über die Laufzeit effektiv. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte nach der Marktvergleichsmethode. Die letzte Tilgungsrate erfolgte am 31. Dezember 2018, damit ist der Zinsswap zum Jahresende 2018 ausgelaufen.

 

Die Auswirkungen auf den Jahresüberschuss und das Eigenkapital zum 31. Dezember 2018 bei einer Änderung der Marktzinssätze von 100 Basispunkten liegen bei den finanziellen Vermögenswerten und den übrigen finanziellen Schulden, mit Ausnahme der Rentenpapiere, bei 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Für die Rentenpapiere ergibt sich folgende Sensitivitätsanalyse:

 

 

Modified Duration Renten 31. Dezember 2018
20182017
Rentenbestandin Mio. EUR28,232,3
Renditein %2,11,3
Durationin Jahren3,84,6
Modified Durationin %3,84,6
Verlust-/Gewinnpotentialin Mio. EUR(1,1)(1,5)

Die Auswirkung auf den Jahresüberschuss (ohne Berücksichtigung von Steuereffekten) und das Eigenkapital zum 31. Dezember 2018 bei einer Erhöhung des Marktzinssatzes um einen Prozentpunkt beträgt -1,1 Mio. EUR (im Vorjahr -1,5 Mio. EUR). Ein entsprechender Rückgang des Marktzinssatzes um einen Prozentpunkt hätte im gleichen Umfang die gegensätzliche Auswirkung auf das Vorsteuerergebnis und auf das Eigenkapital, vorausgesetzt alle übrigen Variablen bleiben konstant.

 

C Geldanlagerisiko

Die vorhandene Barliquidität der Giesecke+Devrient GmbH in EUR wird mangels fehlender Anlagezinsen ausschließlich auf den laufenden Konten vorgehalten. Sporadisch werden Termingeldanlagen bei Überschüssen in Fremdwährung mit erstklassigen Banken getätigt. Bei allen Anlagen stehen die Sicherheit des Kontrahenten sowie ein möglichst geringes Preisrisiko im Vordergrund.

 

Neben direkt bei Banken angelegten Geldern werden zum 31. Dezember 2018 61,5 Mio. EUR durch eine namhafte deutsche Kapitalanlagegesellschaft in einem Spezialfonds verwaltet. Bei der Anlage handelt es sich um ein Portfolio aus erstklassigen Rentenpapieren (Staatsanleihen und Anleihen von Unternehmen) und Aktienpapieren (erstklassige Unternehmen). Der Aktienanteil wurde auf maximal 40 % des Gesamtportfolios festgelegt, was risikominimierend wirkt. Das Risiko dieser Geldanlage wird für den Aktienanteil monatlich mittels der Kennzahl Value-at-Risk (VAR), mitgeteilt durch die verwaltende Kapitalanlagegesellschaft, dargestellt. Zum 31. Dezember 2018 ergeben sich folgende Werte:

 

 

Value-at-Risk Aktien 31. Dezember 2018
20182017
Aktienbestandin Mio. EUR27,733,1
VARin %2,72,2
Verlust-/Gewinnpotentialin Mio. EUR(0,7)(0,7)

Ergänzend zum Spezialfonds hält G+D Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere bilanziert werden. Der Buchwert beläuft sich zum 31. Dezember 2018 auf 10,2 Mio. EUR (im Vorjahr 11,0 Mio. EUR). Der überwiegende Anteil bezieht sich auf Anlagen in Investmentfonds, die zur Insolvenzsicherung von Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Wegen geringfügiger Wertschwankungen dieser Anteile wird auf eine Sensitivitätsanalyse verzichtet. G+D sieht keine Risikokonzentration im Sinne von IFRS 7.34.

 

Die in diesem Kapitel gemachten Angaben sind auch Angaben gemäß IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“.

 

 

23 Vertragssalden

 

Erläuterungen zu wesentlichen Änderungen in den Salden der aktiven und passiven Vertragsposten:

 

 


in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Aktiver Vertragssaldo zum Jahresbeginn113,2 -
Wechselkursdifferenzen(0,3)-
Umgliederungen von aktiven Vertragsposten zum Jahresbeginn in
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(79,3)-
Änderungen des Leistungsfortschritts113,4 -
Aktiver Vertragssaldo zum Jahresende147,0 -
Passiver Vertragssaldo zum Jahresbeginn125,4 -
Wechselkursdifferenzen1,2 -
Umsatzerlöse aus passivem Vertragssaldo zum Jahresbeginn(112,8)-
Erhaltene Anzahlungen exklusive Umsatzerlöse der laufenden Periode232,3 -
Zugänge/(Abgänge) aus Konsolidierungskreisänderungen0,1 -
Sonstige Änderungen- -
Passiver Vertragssaldo zum Jahresende246,2 -

 

Der Konzern macht von dem Erleichterungswahlrecht des IFRS 15.121 keinen Gebrauch. Die gemäß IFRS 15.120 ausgewiesenen Transaktionspreise wurden nicht um Komponenten, die eine Gegenleistung aus Kundenverträgen darstellen, gemindert.

 

 

24 Unternehmenszusammenschlüsse

 

Bei Unternehmenszusammenschlüssen werden die Ergebnisse des erworbenen Unternehmens ab dem Erwerbszeitpunkt bei G+D ausgewiesen. Das Nettovermögen der erworbenen Gesellschaft wird mit dem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Der Überschuss des Kaufpreises über den Zeitwert der erworbenen materiellen Nettovermögenswerte und identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte ist in der beigefügten Konzernbilanz als Goodwill ausgewiesen.

 

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016 war G+D mit 49 % an der EPC Electronic Payment Cards GmbH & Co. KG (vormals: EPC Electronic Payment Cards Gesellschaft für Kartenmanagement mbH), Gmund am Tegernsee, beteiligt. Die unternehmerische Führung des Joint Ventures hatte mit 51 % die Deutsche Sparkassen Verlag GmbH (DSV). Der DSV als fast einziger Kunde hatte sich im Januar 2017 für eine Multi-Lieferantenstrategie entschieden und die bestehenden Aufträge bei EPC gekündigt. Damit entfiel für EPC die Geschäftsgrundlage. Um einer Insolvenz der EPC vorzubeugen, hatte G+D die Anteile des DSV übernommen und die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs beschlossen. Für die mit der Schließung verbundenen Aufwendungen hatte G+D zum 31. Dezember 2016 eine Rückstellung von 6,0 Mio. EUR gebildet, von der im ersten Quartal 2017 0,6 Mio. EUR aufgrund neuer Erkenntnisse aufgelöst wurden.

 

Mit Vertrag vom 20. Februar 2017 wurde mit dem Joint Venture-Partner vereinbart, die restlichen Anteile (51 %) an der EPC an G+D zu verkaufen, wodurch der G+D-Konzern zu 100 % an dieser Gesellschaft beteiligt ist. Der G+D-Konzern erlangte damit zum 1. April 2017 Beherrschung an der EPC und konsolidiert die Gesellschaft voll. Es wurde ein negativer Kaufpreis von 3,3 Mio. EUR vereinbart, den G+D in liquiden Mitteln erhielt. Rückstellung und negativer Kaufpreis zum Erwerbsstichtag entsprechen dem erworbenen Nettovermögen, so dass kein Unterschiedsbetrag verbleibt.

 

Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus:

 

 

in Mio. EUR
Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente6,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte, netto0,6
Vorräte, netto0,2
Sachanlagen0,8
Sonstige langfristige Vermögensgegenstände, netto0,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten0,2
Rückstellungen10,6
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen5,7

Im Zeitraum zwischen Erwerb am 1. April 2017 und 31. Dezember 2017 trug die EPC mit Umsatzerlösen von 0,8 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss in Höhe von 0,6 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2017 stattgefunden hätte, würde der Konzernjahresüberschuss 67,7 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.138,8 Mio. EUR belaufen.

  

Mit Wirkung zum 26. Juni 2017 (Erwerbsstichtag) übernahm Giesecke+Devrient 100% der Anteile an der Procoin GmbH, einem deutschen Anbieter für Zähl-, Sortier- und Verpackungsmaschinen im Münzbereich sowie Banknotenzählgeräte. Mit der Übernahme erweitert die Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH ihr Angebot im Münzgeschäft und stärkt ihre Position als weltweite Marktführerin für die Automatisierung des Bargeldkreislaufs. Dabei profitiert das Unternehmen von der breiten Produktpalette von Procoin sowie dem starken Vertriebsnetzwerk in Europa. Die übertragene Gegenleistung für die Anteile an der Procoin GmbH betrug 2,1 Mio. EUR und bestand aus liquiden Mitteln. Neben dem Unternehmenszusammenschluss wurde mit dem verkaufenden Anteilseigner eine bedingte Vergütung von 0,3 Mio. EUR vereinbart für die Fortsetzung seines Geschäftsführerdienstvertrags über drei Jahre. Diese Vergütung wird pro rata aufwandswirksam erfasst und unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Gegenleistung für die Anteile entspricht dem Zeitwert der erworbenen identifizierbaren Nettovermögenswerte der Procoin GmbH zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 2,1 Mio. EUR.

 

Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus:

 

 

in Mio. EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto1,7
Vorräte, netto1,1
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte0,3
Immaterielle Vermögenswerte0,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten0,6
Rückstellungen0,2
Finanzielle Schulden0,6

Im Zeitraum zwischen Erwerb am 26. Juni 2017 und 31. Dezember 2017 trug die Procoin GmbH mit Umsatzerlösen von 2,3 Mio. EUR und einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,4 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2017 stattgefunden hätte, würde der Konzernjahresüberschuss 67,1 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.139,4 Mio. EUR belaufen.

 

Am Erwerbszeitpunkt 31. Juli 2017 übernahm Giesecke+Devrient sämtliche Anteile an dem Kartenpersonalisierungsunternehmen C.P.S. Technologies S.A.S. und erlangte dadurch Beherrschung. Die übertragene Gegenleistung von 3,8 Mio. EUR besteht vollständig aus hingegebenen liquiden Mitteln. Damit vervollständigt G+D sein umfangreiches Dienstleistungsangebot für den französischen Markt. Besondere Synergien für den französischen Markt verspricht sich Giesecke+Devrient von dem technisch hoch entwickelten Bankkarten-, Personalisierungs- und Servicemanagement-Center von C.P.S. Technologies. Das Unternehmen bietet dort Dienstleistungen in den Bereichen Kartenpersonalisierung, Kundenmailing und hochwertige Verpackungsdienstleistungen, Identitätsmanagement, Transport sowie Loyalty-Services.

 

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 3,8 Mio. EUR und dem Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens von C.P.S. Technologies zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 3,3 Mio. EUR betrug 0,5 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten des Personals der C.P.S. und den erwarteten Synergien. Von dem erfassten Goodwill ist voraussichtlich nichts für Steuerzwecke abzugsfähig.

 

Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus:

 

 

in Mio. EUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmittelaquivalente1,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto6,1
Vorräte, netto1,6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte0,6
Immaterielle Vermögenswerte0,8
Sachanlagen3,3
Aktive latente Steuern0,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten6,7
Rückstellungen0,1
Finanzielle Schulden0,6
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten2,3
Pensionen oder ähnliche Verpflichtungen0,3
Passive latente Steuern0,4

Im Zeitraum zwischen dem 1. August 2017 und 31. Dezember 2017 trug C.P.S. Technologies mit Umsatzerlösen von 11,6 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss in Höhe von 1,1 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2017 stattgefunden hätte, würde der Konzernjahresüberschuss 66,9 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.148,9 Mio. EUR belaufen.

 

Bei dem Konzern sind mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von 0,5 Mio. EUR für Rechtsberatungsgebühren und Due Diligence-Kosten angefallen. Diese Kosten sind in den Verwaltungsaufwendungen erfasst.

 

Im März 2018 hat Veridos Anteile an der Firma E-SEEK Inc., San Diego/USA, erworben. Der Erwerbsstichtag ist der 27. März 2018. Veridos erwirbt zunächst 75 % der Anteile für einen Kaufpreis von 6,4 Mio. EUR. Darüber hinaus ist eine bedingte Gegenleistung von max. 1,5 Mio. USD über zwei Jahre vereinbart. Die bedingte Gegenleistung ist abhängig vom Erreichen bestimmter Kennzahlen (Umsatz, Bruttoergebnis). Bezüglich der restlichen 25 % der Anteile erhält Veridos eine Call-Option und die nicht beherrschenden Anteilseigner eine Put-Option. Da G+D 60 % der Anteile an der Veridos hält, entfallen 45 % der Anteile an E-SEEK Inc. auf G+D. Damit erlangt G+D 2018 Beherrschung an der E-SEEK Inc. und konsolidiert die Gesellschaft voll.

 

Die Firma E-SEEK Inc. entwickelt und vertreibt hochauflösende Verifikationsgeräte für ID-Karten und Führerscheine. Für den Unternehmensbereich Veridos stellt das Produktportfolio der E-SEEK Inc. eine ausgezeichnete Bereicherung im Bereich der Verifikationslösungen dar. Dabei bietet Veridos den Kunden Komplettlösungen an, welche die effiziente Identifizierung von Bürgern ermöglichen. Diese werden für Grenzkontrollsysteme und zum Beispiel an Flughäfen eingesetzt. Lesegeräte, wie von E-SEEK Inc. entwickelt und vertrieben, sind dabei ein wichtiger Lösungsbestandteil im Zusammenspiel mit den von Veridos entwickelten Dokumenten und Hintergrundsystemen. Darüber hinaus verstärkt der Unternehmenszusammenschluss unmittelbar die Präsenz von Veridos im nordamerikanischen Markt, der aufgrund des hohen Marktvolumens als strategisch wichtig gilt.

 

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 6,4 Mio. EUR und dem Zeitwert des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens von E-SEEK Inc. zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 3,4 Mio. EUR betrug 3,0 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten des Personals der E-SEEK und den erwarteten Synergien. Von dem erfassten Goodwill ist voraussichtlich nichts für Steuerzwecke abzugsfähig.

 

Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus:

 

 

in Mio. EUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmittelaquivalente0,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, netto0,6
Vorräte, netto1,7
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1,7
Immaterielle Vermögenswerte1,9
Aktive latente Steuern0,4
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten0,2
Passive latente Steuern0,6

Im Zeitraum zwischen dem 27. März 2018 und 31. Dezember 2018 trug E-SEEK mit Umsatzerlösen von 2,5 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss in Höhe von –0,3 Mio. EUR zum Konzernergebnis bei. Sofern der Erwerb bereits zum 1. Januar 2018 stattgefunden hätte, würde der Konzernüberschuss 50,2 Mio. EUR betragen und die Konzernumsätze hätten sich auf 2.246,9 Mio. EUR belaufen.

 

Bis zum 30. September 2018 hielt secunet 36,68 % der Anteile an der finally safe GmbH, Essen. Diese Beteiligung war als Beteiligung an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 hat secunet weitere 21,8 % der Anteile an der finally safe erworben. Durch diesen Erwerb hat secunet die Beherrschung erlangt. Der Erwerb hat über einen zweistufigen Prozess stattgefunden. Zum einen wurde ein Darlehen der secunet an die finally safe in Höhe von 0,7 Mio. EUR in eine Beteiligung umgewandelt worden und zum anderen hat secunet eine Bareinlage in Höhe von 0,3 Mio. EUR getätigt. Zum 27. November 2018 hat die secunet noch weitere 4,8 % der Anteile durch eine Bareinlage in Höhe von 0,3 Mio. EUR erworben. Somit hält secunet 63,28 % der Anteile an finally safe. Da G+D 79,43 % der Anteile an der secunet hält, entfallen 50,26 % der Anteile an finally safe auf G+D. Damit erlangt G+D 2018 Beherrschung an der finally safe und konsolidiert die Gesellschaft voll.

 

Finally safe GmbH ist zuständig für die Entwicklung von Technologie, Produkten und Services im Bereich von Internet-, Frühwarn- und Lagebildsystemen mit nachgelagerten Systemen sowie deren erfolgreiche Platzierung am Markt.

 

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zeitwert der Gegenleistung in Höhe von 1,8 Mio. EUR und dem Zeitwert des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens der finally safe GmbH zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 0,6 Mio. EUR betrug 1,2 Mio. EUR und wurde als Goodwill erfasst. Der Goodwill resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten des Personals der finally safe und den erwarteten Synergien. Von dem erfassten Goodwill ist voraussichtlich nichts für Steuerzwecke abzugsfähig.

 

Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden bestehen aus:

 

 

in Mio. EUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmittelaquivalente0,3
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte0,3
Immaterielle Vermögenswerte1,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Verbindlichkeiten0,1
Rückstellungen0,1
Vertragliche Verbindlichkeiten0,1
Passive latente Steuern0,4

Die finally safe GmbH hat lediglich einen unwesentlichen Einfluss auf die Konzernumsätze sowie auf den Konzernjahresüberschuss.

 

Am 31. Januar 2019 erwarb Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH sämtliche Anteile der niederländischen Firma Transtrack International B.V., Amsterdam für einen Kaufpreis von 10,5 Mio. EUR. Der Erwerbsstichtag ist der 1. Januar 2019.

 

Transtrack ist Markführer in der Entwicklung von Standard-Software-Lösungen, die sich auf Management, Kontrolle und Effizienz von end-to-end cash supply chains beziehen. Spezialisiert ist Transtrack jedoch auf kundenorientierte und skalierbare Software-Lösungen für Banken, Geldtransportunternehmen und geldbearbeitende Unternehmen. Für die Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH stellt dieses Knowhow eine Bereicherung in dem Bereich Cash Center Automation dar. Somit können konkrete Lösungen in Hinsicht auf die verschiedenen Module des Cash Circle angeboten werden. Anwendungen können diese Module zum Beispiel im Routenmanagement von Geldtransporten, aber auch in der Auftragsabwicklung finden. Hinsichtlich des Zentral- und Geschäftsbankengeschäftes ist die Software Solution vielseitig einsetzbar und bietet Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH so die Möglichkeit, das Kundeportfolio weiter auszubauen und sich gegen Konkurrenz mit Cash Center Solutions zu behaupten.

 

 

25 Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

 

Die Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (NCI) stellen sich wie folgt dar:

 

 

in Mio. EURGiesecke & Devrient Malaysia SDN BHD, Kuala LumpurGiesecke & Devrient Kabushiki Kaisha, TokioVeridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Kapitalanteil NCI20,0 %20,0 %49,0 %49,0 %64,0 %64,0 %
Stimmrechte NCI20,0 %20,0 %49,0 %49,0 %64,0 %64,0 %
Gewinn/(Verlust) auf NCI entfallend 0,7 0,4 2,4 2,0 0,3 0,2
gezahlte Dividende an NCI (2,8) (0,4) (2,0) (0,7) - -
Anteil NCI am Eigenkapital 7,2 9,3 6,3 5,3 4,2 3,5
Vermögenswerte¹ 59,7 57,9 15,2 13,9 32,8 17,6
davon Flüssige Mittel¹ 5,0 1,2 10,0 9,0 0,6 1,0
Verbindlichkeiten¹ 21,5 9,3 4,4 5,1 25,9 12,1
Umsatzerlöse¹ 37,3 34,8 28,6 27,1 23,8 17,6
Sonstiges Ergebnis¹ - - 0,6 (0,7) - -
Gesamtergebnis¹ 3,6 1,9 5,5 3,5 0,4 0,3
in Mio. EURVeridos GmbH, Berlin²secunet Security Networks AG, Essen inklusive Tochtergesellschaften
31.12.201831.12.201731.12.201831.12.2017
Kapitalanteil NCI40,0 %40,0 %20,6 %20,6 %
Stimmrechte NCI40,0 %40,0 %20,6 %20,6 %
Gewinn/(Verlust) auf NCI entfallend(0,3)0,4 3,6 3,3
gezahlte Dividende an NCI- - (1,6)(0,8)
Anteil NCI am Eigenkapital 9,1 9,3 14,7 12,1
Vermögenswerte¹174,3 137,2 143,7 133,3
davon Flüssige Mittel¹2,8 0,5 56,1 62,9
Verbindlichkeiten¹141,1 106,0 74,2 74,3
Umsatzerlöse¹140,8 128,3 163,3 158,3
Sonstiges Ergebnis¹0,2 - (0,1)-
Gesamtergebnis¹1,9 0,8 17,7 15,9

26 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

 

Transaktionen mit der MC Familiengesellschaft mbH

 

Die MC Familiengesellschaft mbH ist seit dem Jahr 2012 die Muttergesellschaft der Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

 

G+D hat im Jahr 2017 ein Darlehen in Höhe von 15,4 Mio. EUR von der MC Familiengesellschaft mbH erhalten. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis Januar 2018 und war endfällig. Der Zinssatz betrug 1,2 %. Im Dezember 2017 wurde ein Teilbetrag von 10,0 Mio. EUR vorzeitig durch G+D zurückbezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 5,4 Mio. EUR wurde im Januar 2018 getilgt. Im Geschäftsjahr 2018 hat G+D ein neues Darlehen in Höhe von 15,5 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis Januar 2019 erhalten. Die Zinsaufwendungen 2018 und 2017 betrugen jeweils 0,1 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2018 bzw. zum 31. Dezember 2017 hat die MC Familiengesellschaft mbH einen Betrag von jeweils 0,2 Mio. EUR über das konzerninterne „Cash-Pooling“ bei G+D angelegt. Zum 31. Dezember 2018 und 31. Dezember 2017 bestehen keine anderweitigen, wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen mit der MC Familiengesellschaft mbH.

 

Die Giesecke+Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat mit der MC Familiengesellschaft mbH einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen. G+D erbringt Leistungen in den Bereichen Rechnungswesen/Steuern, Finanzen und IT-Systeme. Das verrechnete Entgelt ist unwesentlich.

 

Transaktionen mit der MC Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG

 

Im Jahr 2017 hat G+D einen Teil seiner Grundstücke und Gebäude an ein vom Mutterunternehmen beherrschtes Unternehmen zum Preis von 20,7 Mio. EUR verkauft und damit einen Veräußerungsgewinn in Höhe von 16,1 Mio. EUR erzielt. Bezüglich des Gebäudeverkaufs wird auf Anmerkung 8 „Sachanlagen“ verwiesen. Im Zusammenhang mit dieser Transaktion wurden Mietverträge mit der MC Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG beschlossen. Im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Mietaufwendungen aus diesen Mietverhältnissen 1,7 Mio. EUR.

 

Transaktionen mit der Giesecke+Devrient Stiftung

 

Im Geschäftsjahr 2010 hat G+D die Giesecke+Devrient Stiftung gegründet. Die Gesellschaft hat ein Darlehen von der Giesecke+Devrient Stiftung mit einem Betrag in Höhe von 21,0 Mio. EUR bzw. 20,7 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018 und 2017. Das Darlehen ist am 1. Dezember 2022 fällig. Die Zinsaufwendungen betrugen 0,5 Mio. EUR bzw. 0,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018 bzw. 31. Dezember 2017 (siehe Anmerkung 13 „Finanzielle Schulden“). Die Zuwendungen im Geschäftsjahr 2018 und 2017 betrugen jeweils 0,3 Mio. EUR.

 

Transaktionen der verbundenen Unternehmen mit den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen

 

Zwischen den verbundenen Unternehmen und den Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen stattgefundene Transaktionen werden nachstehend aus Sicht der verbundenen Unternehmen aufgeführt:

 

 

in Mio. EURVolumen der erbrachten LeistungenVolumen der in Anspruch genommenen Leistungen
2018201720182017
Gemeinschaftsunternehmen
Lieferungen und Leistungsbeziehungen 26,5 9,6 8,4 8,9
Sonstige Finanzbeziehungen 2,2 2,2 0,1 0,1
28,7 11,8 8,5 9,0
Assoziierte Unternehmen
Lieferungen und Leistungsbeziehungen 4,3 2,8 1,7 0,5
Sonstige Finanzbeziehungen - 0,1 - -
4,3 2,9 1,7 0,5
33,0 14,7 10,2 9,5

Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

 

 

in Mio. EUR31.12.201831.12.2017
Gemeinschaftsunternehmen
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen3,5 4,6
Verbindlichkeiten gegen Gemeinschaftsunternehmen1,0 0,9
Assoziierte Unternehmen
Ausleihungen an assoziierte Unternehmen- 1,3
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen4,3 2,7

Keine der Salden gegen die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen sind gesichert.

 

Bezüglich der Haftungsverhältnisse gegen die Gemeinschaftsunternehmen wird auf Anmerkung 31 „Haftungsverhältnisse“ verwiesen.

 

Transaktionen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen

 

Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen die Mitglieder der Geschäftsführung der Giesecke+Devrient GmbH und des Mutterunternehmens MC Familiengesellschaft mbH, die Vorsitzenden der Geschäftsführung der Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, Giesecke+Devrient Mobile Security GmbH und Veridos GmbH, den Vorstandsvorsitzenden der secunet Security Networks AG (entspricht dem Group Executive Committee – GEC) sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Beirats der Giesecke+Devrient GmbH, da diese Gremien für die Planung, Leitung und Überwachung der Konzernaktivitäten verantwortlich sind.

 

Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Der Gesamtbetrag der Vergütung der aktiven Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen im Geschäftsjahr 2018 und 2017 beträgt insgesamt 7,0 Mio. EUR bzw. 7,7 Mio. EUR.

 

Die kurzfristig fälligen Leistungen betragen im Geschäftsjahr 2018 und 2017 insgesamt 5,7 Mio. EUR bzw. 5,5 Mio. EUR. Davon entfallen auf das GEC 4,8 Mio. EUR (im Vorjahr 4,5 Mio. EUR), auf die Mitglieder des Aufsichtsrates 0,4 Mio. EUR (im Vorjahr 0,4 Mio. EUR) und auf die Mitglieder des Beirates 0,5 Mio. EUR (im Vorjahr 0,6 Mio. EUR).

 

Die Dienstzeitaufwendungen für Pensionen der Mitglieder des GEC (Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) belaufen sich 2018 auf 0,5 Mio. EUR und 2017 auf 0,4 Mio. EUR.

 

Ferner sind für aktive Mitglieder des GEC andere langfristig fällige Leistungen in Höhe von 0,8 Mio. EUR (im Vorjahr 1,1 Mio. EUR) angefallen.

 

Die Vergütung des GEC beinhaltet daneben Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 0,0 Mio. EUR (im Vorjahr 0,7 Mio. EUR).

 

Die Mitglieder des GEC mit Ausnahme des Vorstandsvorsitzenden der secunet Security Networks AG haben im Berichtsjahr und, soweit sie ihre Position bereits inne hatten, im Vorjahr die Zusage erhalten, einen Anteil von 40 % ihrer variablen Vergütung nach Ablauf von jeweils weiteren zwei Jahren ausbezahlt zu bekommen („Deferral“). Die Auszahlung basiert auf der Zielerreichung für den durchschnittlichen ROCE (Return on Capital Employed) des Geschäftsjahres 2018 bzw. 2017 und der jeweils beiden darauffolgenden Jahre. Der Anspruch auf das Deferral besteht grundsätzlich nur, wenn das Anstellungsverhältnis fortbesteht bzw. aus bestimmten festgelegten Gründen beendet wird. Der entsprechende Aufwand ist in den anderen langfristig fälligen Leistungen enthalten.

 

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 und 2017 enthält Pensionsrückstellungen gegenüber Mitgliedern des GEC in Höhe von 4,1 Mio. EUR bzw. 4,0 Mio. EUR sowie weitere Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten betreffend die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen in Höhe von insgesamt 5,2 Mio. EUR bzw. 4,9 Mio. EUR.

 

Die handelsrechtlichen Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und Beirats entsprechen den genannten kurzfristig fälligen Leistungen. Die handelsrechtlichen Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Geschäftsführungsorgans des Mutterunternehmens werden gemäß § 315e Abs. 1 i.V.m. §§ 314 Abs. 3 S.2, 286 Abs. 4 Satz 2 HGB nicht angegeben.

 

Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. sonstigen nahestehenden Personen

Giesecke+Devrient bezieht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auch Dienst- und Beratungsleistungen von Unternehmen und Personen, die eine Verbindung zu Mitgliedern des Aufsichts- und Beirates bzw. zur Gesellschafterin haben sowie zu Mitgliedern des Aufsichts- und Beirates selbst. An diesen Personenkreis wurden jeweils für Beratungsleistungen in den Jahren 2018 und 2017 Vergütungen in Höhe von 0,2 Mio. EUR bzw. 0,3 Mio. EUR gewährt. Die ausstehenden Salden zum 31. Dezember 2018 bzw. zum 31. Dezember 2017 lagen unter 0,1 Mio. EUR. In den Jahren 2018 und 2017 wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gewährt.

 

Frühere Organmitglieder der Giesecke+Devrient GmbH

Die an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung des Mutterunternehmens und ihre Hinterbliebenen gewährten Gesamtbezüge belaufen sich 2018 auf 2,9 Mio. EUR und 2017 auf 4,0 Mio. EUR. 2018 sind darin 1,0 Mio. EUR für langfristige variable Vergütung aus einer Zusage aus 2016 enthalten.

 

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung des Mutterunternehmens und ihren Hinterbliebenen betragen zum 31. Dezember 2018 und 2017 19,0 Mio. EUR bzw. 20,6 Mio. EUR.

 

 

27 Anzahl Mitarbeiter

 

Die durchschnittliche Zahl der „Full Time Equivalent“-Mitarbeiter (ohne Elternzeit und Auszubildende) betrug:

 

 

in Mio. EUR20182017
Produktion 7.358 7.381
Vertrieb 1.416 1.381
Forschung & Entwicklung 1.161 1.145
Verwaltung 1.533 1.466
11.469 11.373

28 Personalaufwand

 

 

in Mio. EUR20182017
Löhne/Gehälter579,6 556,5
Soziale Abgaben95,1 90,5
Sonstige Personalaufwendungen11,9 11,0
686,6 658,0

29 Angaben gemäß § 161 AktG

 

Für das in den Konzernabschluss einbezogene börsennotierte Unternehmen secunet AG ist die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.secunet.com) der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht worden.

 

 

30 Befreiung von den Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften gemäß § 264/§ 264b HGB

 

Die folgenden Gesellschaften machen von der Möglichkeit der Befreiung als Kapitalgesellschaft (§ 264 Abs. 3 HGB) bzw. als Kapitalgesellschaft und Co. (§ 264b HGB) von der Verpflichtung, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen Gebrauch:

 

  • Giesecke+Devrient Mobile Security GmbH, München
  • Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, München
  • Papierfabrik Louisenthal GmbH, Gmund am Tegernsee
  • Giesecke+Devrient Professional Services GmbH, München
  • Giesecke+Devrient Secure Data Management GmbH, Neustadt b. Coburg
  • MC Holding GmbH & Co. KG, Tutzing
  • Giesecke & Devrient Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Grünwald
  • Giesecke+Devrient advance52 GmbH, München
  • EPC Electronic Payment Cards GmbH & Co. KG, Gmund am Tegernsee
  • Giesecke+Devrient Ventures GmbH, München

 

 

 

31 Haftungsverhältnisse

 

Anhängige Verfahren/Eventualverbindlichkeiten

Giesecke+Devrient ist in anhängige Verfahren und Prozesse involviert, wie sie sich aus dem gewöhnlichen Geschäftsverlauf ergeben. Für die geschätzten Verbindlichkeiten aus bestimmten Vorgängen wurden Rückstellungen gebildet. Nach Meinung von G+D wird das Abschlussergebnis dieser Angelegenheiten keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage von G+D haben.

 

Für Steuerrisiken im Ausland bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 2,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018 (zum 31. Dezember 2017: 4,4 Mio. EUR). Zusätzlich bestehen zum 31. Dezember 2018 weitere Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 2,7 Mio. EUR (zum 31. Dezember 2017: 2,4 Mio. EUR) für Rechtsstreitigkeiten. G+D ist der Meinung, dass eine Inanspruchnahme aus diesen Steuerrisiken und Rechtstreitigkeiten unwahrscheinlich ist.

 

Bei Finanzgarantien entspricht der Höchstbetrag, den das Unternehmen zahlen müsste, dem maximalen Ausfallrisiko.

 

Sicherheiten

Giesecke+Devrient hält keine wesentlichen finanziellen Vermögenswerte, die als Sicherheit für Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten gestellt werden. Zudem hält G+D keine Sicherheiten, die es ihr gestatten würden, diese auch bei nicht gegebenem Ausfall des Schuldners zu veräußern bzw. erneut zu besichern.

 

G+D hat für erhaltene Anzahlungen Garantien in Höhe von 211,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018 bzw. 105,2 Mio. EUR zum 31. Dezember 2017 ausgegeben.

 

Giesecke+Devrient hat Bürgschaften für ein Gemeinschaftsunternehmen hinsichtlich der Leistungserfüllung seitens dieses Unternehmens gegenüber Dritten übernommen. Die Bürgschaften besichern in Anspruch genommene Kreditlinien des Gemeinschaftsunternehmens über insgesamt jeweils 10,0 Mio. EUR in den Jahren 2018 und 2017. Alle zugehörigen Zinsen unterliegen ebenfalls diesen Garantien. G+D ist durch diese Garantien im Falle des Verzugs des Gemeinschaftsunternehmens zur Leistung verpflichtet. Die maximale Inanspruchnahme aus diesen Sicherheiten zum 31. Dezember 2018 bzw. 31. Dezember 2017 beträgt jeweils 10,0 Mio. EUR.

 

Verpflichtungen

Giesecke+Devrient hatte zum 31. Dezember 2018 wesentliche Einkaufsverpflichtungen, die hauptsächlich aus kurzfristigen Verträgen über den Kauf von Betriebsstoffen, Vorräten, Sachanlagevermögen, Grundstücken und Dienstleistungen bestehen, die während des Geschäftsjahres 2018 abgeschlossen wurden.

 

Der Gesamtbetrag der erforderlichen Zahlungen für die zuvor genannten Verpflichtungen zum 31. Dezember 2018 verteilt sich wie folgt auf die jeweiligen Jahre:

 

 

in Mio. EUR
2019326,2
2020124,6
202115,6
20221,4
20230,1
Folgende Jahre0,4
468,3

32 Zuwendungen

 

G+D erhielt 2018 und 2017 verschiedene sonstige Zuwendungen für betriebliche Investitionen, die in Höhe von 1,2 Mio. EUR bzw. 0,8 Mio. EUR als Erträge erfasst wurden. Es ist derzeit davon auszugehen, dass daran geknüpfte Bedingungen erfüllt werden.

 

 

33 Risiken

 

Es wird auf die entsprechenden Ausführungen im Konzern-Lagebericht unter Abschnitt 3 „Chancen- und Risikobericht sowie Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten“ verwiesen.

 

 

34 Abschlussprüferhonorar nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB

 

Das Honorar für den Abschlussprüfer KPMG AG für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 2,5 Mio. EUR. Die Aufschlüsselung in die Kategorien ist wie folgt: a) die Abschlussprüfungsleistungen 1,4 Mio. EUR, b) andere Bestätigungsleistungen 0,5 Mio. EUR, c) Steuerberatungsleistungen 0,2 Mio. EUR und d) sonstige Leistungen 0,4 Mio. EUR.

 

 

35 Konzernzugehörigkeit

 

Die MC Familiengesellschaft mbH ist das Mutterunternehmen der Giesecke+Devrient-Gruppe (siehe Anmerkung 26 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“). Zum 31. Dezember 2018 wird ein Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konzernabschluss der MC Familiengesellschaft mbH wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

 

36 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

 

Bezüglich des Erwerbs der Firma Transtrack International im Januar 2019 wird auf die Angaben in Anmerkung 24 „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen. Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns zu erwarten ist.

 

 

37 Anteilsbesitzliste

 

 

Von der Giesecke+Devrient GmbH direkt und indirekt gehaltene Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteilsbesitz in %
Giesecke+Devrient Mobile Security GmbH, München100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, München100,00
MC Holding GmbH & Co. KG, Tutzing100,00
Giesecke & Devrient Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Grünwald¹100,00
Giesecke & Devrient Immobilien Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald100,00
Papierfabrik Louisenthal GmbH, Gmund am Tegernsee100,00
Giesecke+Devrient Professional Services GmbH, München100,00
Giesecke+Devrient Secure Data Management GmbH, Neustadt b. Coburg100,00
Giesecke+Devrient advance52 GmbH, München100,00
Giesecke+Devrient Ventures GmbH, München100,00
Giesecke+Devrient Immobilien Management GmbH, München100,00
EPC Electronic Payment Cards GmbH & Co. KG, Gmund am Tegernsee100,00
Procoin GmbH, Langen100,00
Giesecke + Devrient Mobile Security Iberia S.A., Barcelona100,00
Giesecke + Devrient Currency Technology Iberia S.L., Madrid100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security GB Ltd, Wembley/Middlesex100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology GB Ltd, Milton Keynes100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Switzerland AG, Burgdorf100,00
CI Tech Components AG, Burgdorf100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Slovakia, s.r.o., Nitra100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Italia S.R.L., Mailand100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Italia S.R.L., Rom100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security France S.A.S., Craponne100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Sweden AB, Stockholm100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Finland Oy, Helsinki100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Istanbul Ticaret ve Servis Limited Sirketi, Istanbul100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Russia, OOO, Moskau100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology FZE, Dubai100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security FZCO, Dubai100,00
Giesecke+Devrient Holding FZE, Dubai100,00
Giesecke & Devrient Egypt Ltd. i.L., Kairo100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Saudi Arabia, Riad100,00
Giesecke and Devrient Currency Technology South Africa (Pty) Ltd, Johannesburg100,00
Giesecke and Devrient Mobile Security Southern Africa (Pty) Ltd, Johannesburg100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Africa Limited, Lagos100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology America, Inc., Dulles/Virginia 100,00
Von der Giesecke+Devrient GmbH direkt und indirekt gehaltene Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteilsbesitz in %
Giesecke+Devrient Mobile Security America, Inc., Dulles/Virginia 100,00
BA International, Inc., Ottawa/Ontario100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Canada, Inc., Toronto/Ontario100,00
Giesecke y Devrient de México S.A. de C.V., Mexiko-Stadt100,00
Giesecke y Devrient Currency Technology de México, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Brasil Indústria e Comércio de Smart Cards S/A, São Paulo100,00
Giesecke+Devrient Currency Technology Brasil Serviços e Comércio de Soluções Tecnológicas Ltda., São Paulo100,00
GyD Latinoamericana S.A., Buenos Aires100,00
Giesecke and Devrient Mobile Security Australia Pty Ltd, Knoxfield/Victoria100,00
Giesecke+Devrient Mobile Security Asia Pte. Ltd., Singapur100,00
Giesecke & Devrient Asia Pacific Banking Systems (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai100,00
Giesecke & Devrient (China) Information Technologies Co., Ltd., Nanchang/Jiangxi100,00
Giesecke & Devrient Asia Pacific Ltd., Hongkong100,00
Giesecke & Devrient India Private Limited, Neu Delhi100,00
Giesecke & Devrient MS India Private Limited, Neu Delhi100,00
Giesecke and Devrient Currency Technology Korea Co., Ltd., Seoul100,00
PT Giesecke & Devrient Indonesia, Jakarta100,00
PT Giesecke and Devrient Mobile Security Indonesia, Jakarta100,00
Giesecke & Devrient Egypt Services LLC i.L., Kairo99,00
Giesecke & Devrient LOMO, ZAO, St. Petersburg 84,69
Giesecke & Devrient Malaysia SDN BHD, Kuala Lumpur80,00
secunet Security Networks AG, Essen79,43
secunet SwissIT AG, Solothurn100,003
secunet s.r.o., Prag100,003
Secunet Inc., Austin (Mantelgesellschaft)²100,003
secunet Service GmbH, Essen100,003
secunet International GmbH & Co.KG, Essen100,003
secunet International Management GmbH, Essen100,003
Build38 GmbH, München70,00
Veridos GmbH, Berlin60,00
Veridos Canada Ltd., Toronto/Ontario100,003
Veridos America Inc., Wilmington/Delaware100,003
Veridos FZE, Dubai100,003
Firdaus Al Aman for general Trading, Bagdad100,003
Veridos Brasil Comércio de Smart Cards e Soluções para Identificação Segura e Autenticação Ltda., São Paulo100,003
Veridos México S.A. de C.V., Mexiko-Stadt100,003
Giesecke & Devrient Kabushiki Kaisha, Tokio51,00
finally safe GmbH, Essen63,283
E-SEEK Inc., San Diego/Kalifornien75,003
Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen60,003
Beteiligungen von der Giesecke+Devrient GmbH an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Anteilsbesitz in %
E-Kart Elektronik Kart Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi, Gebze50,00
Shenzhen Giesecke & Devrient Currency Automation Systems Co. Ltd., Shenzhen50,00
Emirates German Security Printing L.L.C., Abu Dhabi49,004
Uganda Security Printing Company Ltd., Entebbe49,004
Netset Global Solutions d.o.o., Belgrad40,004
Hansol Secure Co., Ltd., Seoul16,29
Beteiligungen von der Giesecke+Devrient GmbH an nicht konsolidierten Unternehmen
Anteilsbesitz in %
IDnow GmbH, München12,00
Verimi GmbH, Frankfurt am Main6,06

 

München, den 26. März 2019

 

Giesecke+Devrient GmbH
Die Geschäftsführung

 

 

 

Ralf Wintergerst       Dr. Peter Zattler
Vorsitzender

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