»Ich bin hier genau richtig.«

 

Leonie Bruckert

Beraterin, secunet Security Networks AG

Schutz im Quanten-Zeitalter und Zukunft für Leonie

 

Manche gehen für Geld zur Arbeit, andere wegen der Kollegen oder weil die Firma einen guten Namen hat. Das tut Leonie Bruckert auch. Und sie rettet die Welt der Zukunft. Na ja – sie und ihre Kollegen arbeiten an Technologien, damit die Welt erst gar nicht gerettet werden muss. Die G+D-Tochtergesellschaft secunet Security Networks AG forscht an Post-Quanten-Kryptografie – und Leonie ist mittendrin. „Damit nicht eines Morgens ein Quantencomputer alle Firewalls und Passwörter knacken kann.“ Keine kleine Aufgabe.

„Mathe und Computer waren schon in der Schule mein Ding“, freut sich Bruckert. Doch etwas fehlt. Die 27-Jährige würde sich über ein paar mehr Kolleginnen freuen. „Meine Welt ist eine Männerwelt. Auf Fachkonferenzen beispielsweise sieht man kaum Frauen.“ Bruckerts Traum: „Man müsste mit all diesen spannenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen noch viel früher und intensiver an die Schulen gehen, um Mädchen dafür zu begeistern. In vielen Köpfen ist das irgendwie noch Männersache, aber das ändert sich aktuell gerade. Langsam.“ Bei secunet war man sich 2016 allerdings schnell sicher: Diese Mathematikerin von der Hochschule Leipzig, die gerade ihre Masterarbeit im Unternehmen schreibt, die will man haben! secunet bemüht sich aktiv um IT-Sicherheits- und Informatikexpertinnen und -experten in allen Phasen ihres Werdegangs. Denn die sind knapp.

Und Leonie – war die nicht umworben von Arbeitgebern? „Klar habe ich mit meiner Ausbildung recht gute Chancen am Arbeitsmarkt. So viele Wettbewerber zum Arbeitgeber secunet gibt es aber gar nicht, denn secunet ist schon eines der führenden Unternehmen in der IT-Sicherheit. Also bin ich hier genau richtig.“ Und beschäftigt sich mit etwas, das für die einen „hip“, für die anderen „spooky“ und für den großen Rest schlicht eine Nummer zu hoch ist: Post-Quanten-Kryptografie. Doch Schritt für Schritt: Kryptografie ist die Wissenschaft von der Verschlüsselung von Informationen. „Kryptisch“ sagt man, wenn etwas verborgen, geheim, unerreichbar ist. So ist es z. B. auch im Online-Banking, beim E-Mail-Verkehr, bei Clouds, beim Datentransfer im Gesundheitswesen, wenn jemand sein Smart Home von unterwegs steuert oder ein Connected Car fährt – all diese Vorgänge sind heutzutage mit kryptografischen Algorithmen geschützt. Und die Quanten? „Das ist die Zukunft“, sagt Bruckert nicht ohne Stolz. Hochschulen und Unternehmen forschen mit Hochdruck an der Entwicklung von Quantencomputern. Vereinfacht gesagt: „Quantencomputer werden so leistungsstark sein, dass unsere bisherige Kryptografie unsere Daten und Infrastruktur nicht mehr ausreichend schützen kann.“

Heute die Experten von morgen schulen: Leonie Bruckert unterichtet Informatik an der HTW Dresden.

»Ich genieße hohe Freiheitsgrade und schätze das lockere, kollegiale Verhältnis zu den Vorgesetzten. Ich kann aus dem Home Office arbeiten, bin aber auch gerne und viel unterwegs.«

Weltweit fließen hohe Summen in die Erforschung der Quatentechnologien. Bei den nicht der staatlichen Geheimhaltung unterliegenden Ausgaben hat die EU die Nase vorn, gefolgt von den USA und China.

Und spätestens jetzt ist Schluss mit lustig. Alle derzeit gängigen Sicherheitsverfahren im Internet basieren nämlich auf der These, dass aktuell verfügbare Rechner Jahre brauchen würden, um die Verschlüsselung zu knacken. Für Quantencomputer dagegen kann das eines Tages in Nullkommanichts möglich sein. „Dann haben wir richtige Probleme“, weiß Bruckert. Und forscht. An quanten-sicheren Alternativen – also Lösungen, die selbst unter Verwendung von Quantencomputern praktisch nicht zu entschlüsseln sind. Ist das so, wie wenn man sein Haus vor einem Einbrecher schützt, der noch gar nicht geboren ist? „Sagen wir eher vor einem Einbrecher, der schon geboren wurde, aber noch ein Kleinkind ist. Wenn Unternehmen und Staaten allerdings tatenlos zusehen, bis er groß und stark ist, ist es zu spät. Wir müssen heute schon vorsorgen“, so Bruckerts Motto.

Klingt nach enormer Verantwortung. Bruckert spornt das nur an: „Ich finde es total cool, die Welt sicherer zu machen. secunet arbeitet vor allem an Hochsicherheitslösungen, die immer dann von großer Bedeutung sind, wenn zum Beispiel Behörden oder andere staatliche Institutionen miteinander kommunizieren.“ Und auch im Quantencomputer-Zeitalter wird das Unternehmen seinen Teil zur Sicherheit beisteuern. „Für eine Mathematikerin gibt es doch kaum etwas Spannenderes, oder?“ Und all das kann Bruckert in einem Arbeitsumfeld umsetzen, das weiß, was kluge Köpfe brauchen: „Ich genieße hohe Freiheitsgrade und schätze das lockere, kollegiale Verhältnis zu den Vorgesetzten. Ich habe immer einen Gesprächspartner und ein offenes Ohr, wenn benötigt. Ich kann aus dem Home Office arbeiten, bin aber auch gerne und viel unterwegs.“ Und wenn Bruckert dann zum Beispiel wieder einmal auf internationalen Konferenzen in Florida ist oder beim Fraunhofer SIT in Darmstadt eine Rede hält, dann sind all die Männer sicher wieder beeindruckt.

15  Milliarden
    US-Dollar

 

Dieses Volumen hat der Weltmarkt für digitale Sicherheit schon jetzt, und er wächst jährlich um über zehn Prozent. Cyberrisiken wie z. B. Hackerangriffe und Industriespionage nehmen zu. G+D trägt an vielen Stellen zur Sicherung von Transaktionen und Werten bei – beim Bezahlen, der Kommunikation und dem Schutz von Identitäten. secunet ist spezialisiert darauf, Staaten, Behörden und Streitkräften zu allerhöchsten Sicherheitsstandards zu verhelfen.

Sehen Sie hier das komplette Interview mit Leonie Bruckert.

 

 

 

 

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